Max Eberl erhält Rückhalt beim FC Bayern
Nach Wochen der Kritik erhält Max Eberl beim FC Bayern München offenbar wieder Rückhalt. In der Chefetage wird seine Arbeit derzeit positiv bewertet.
Wie die Sport BILD berichtet, hat sich die Stimmung im Aufsichtsrat vor der nächsten Sitzung Ende des Monats deutlich verbessert, was auch der Unterstützung von Uli Hoeneß und Herbert Hainer zu verdanken ist. Besonders Hoeneß hat betont, dass Eberls Arbeit in der Öffentlichkeit mehr Wertschätzung verdient, während Hainer ohnehin als langjähriger Befürworter gilt. Die Erfolge der letzten Wochen sprechen für den Sportvorstand.
Im Mittelpunkt der positiven Bewertung stehen mehrere Personalentscheidungen, bei denen Eberl maßgeblich beteiligt war. Bei der Verpflichtung von Luis Díaz hielt er laut dem Bericht den Kontakt zum Vermittler Christian Wein, während Vorstandschef Jan-Christian Dreesen mit dem Agentur-Mitbesitzer Raul da Costa verhandelte. Eberl war zudem der Erste, der Kontakt mit dem FC Liverpool aufnahm – Dreesen führte schließlich die Gespräche mit LFC-Sportdirektor Richard Hughes zu Ende. Der Deal wird intern als Team-Erfolg angesehen, wobei Eberl einen entscheidenden Anteil daran hatte.
Auch beim Wechsel von João Palhinha zur Tottenham-Leihe war Eberl eine treibende Kraft. Die Verhandlungen mit Spurs-Sportdirektor Johan Lange führten zu einer Leihgebühr von bis zu sieben Millionen Euro – ein erfolgreicher Deal aus Sicht des FC Bayern. Gleichzeitig konnte der portugiesische Nationalspieler von der Gehaltsliste gestrichen werden.
Im Fall Nick Woltemade war es Eberl, der als Erster zum Hörer griff. Sein Anruf bei Stuttgarts Sportdirektor Fabian Wohlgemuth war der Auftakt zu einem Transferpoker, der noch andauert. Dreesen übernahm später die Gespräche mit VfB-Geschäftsführer Alexander Wehrle. Parallel sprach Eberl mit Berater Danny Bachmann und erzielte eine Einigung mit dem Spieler selbst. Zwei Angebote wurden bislang abgelehnt, doch Woltemade soll weiterhin entschlossen sein, nach München zu wechseln.
Ein weiterer Erfolg, der Eberl angerechnet wird, ist der lange vorbereitete Transfer von Jonathan Tah. Schon im Sommer 2023 hatte Eberl Druck gemacht. Als es damals nicht zur Einigung kam, hielt er Kontakt zu den Beratern des Innenverteidigers, und in diesem Sommer konnte der Deal schließlich abgeschlossen werden.
Weniger Einfluss hatte Eberl beim gescheiterten Wirtz-Transfer. Hier führten Hoeneß und Dreesen die Gespräche mit Vater Wirtz und Bayer Leverkusen. Auch bei Bryan Zaragoza war Eberl nur am Rande eingebunden, hier lag die Verantwortung bei Christoph Freund. Dagegen verhandelte Eberl zusammen mit Freund den Abgang von Adam Aznou zum FC Everton (neun Millionen Euro plus mögliche drei Millionen Euro Boni).
Die sportliche Leitung arbeitete in den vergangenen Wochen laut Sport BILD eng zusammen. Eberl, Dreesen und Freund sollen teilweise bis zu drei Transfersitzungen oder Videokonferenzen täglich abgehalten haben. Für Eberl ist dies eine willkommene Trendwende. Nach den Spannungen rund um Vertragsverhandlungen, Trainerfragen und Transferpolitik könnte er aus dem aktuellen Transferfenster sogar gestärkt hervorgehen. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit FCBinside.de)