Nagelsmann erklärt Pavlovic-Nominierung für Länderspiele
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat Aleksandar Pavlovic nicht für die Länderspiele im September nominiert und fordert mehr Spielzeit vom Bayern-Star.
München – Nagelsmann ging direkt auf die Frage ein, warum Pavlovic nicht im Kader für die bevorstehenden Länderspiele steht. In einem Gespräch mit der tz betonte der Nationalcoach: „Aleks ist ein sehr guter Spieler. Ich habe einen guten Draht zu ihm und wir stehen viel im Austausch. Aber auch da ist die Spielzeit im vergangenen Jahr für sein Alter zu wenig – und Spielzeit in der Vorbereitung war nicht vorhanden.“ Zur Erinnerung: Der 21-Jährige verpasste die Vorbereitung aufgrund einer Augenhöhlen-Fraktur.
Im Spiel gegen Wiesbaden, das mit 3:2 (1:0) endete, stand der Mittelfeldspieler immerhin wieder in der Startelf und sammelte 69 Minuten Spielpraxis. Doch bis Pavlovic wieder ins DFB-Aufgebot berufen wird, scheint es noch ein weiter Weg zu sein. Nagelsmann stellt klar, dass er körperlich auf ein Top-Niveau kommen muss: „Er muss einfach gesund sein und schon über eine Spielzeit von 34 Prozent hinaus kommen. Er ist ja immer noch ein junger Kerl – und die spielen einfach zu wenig, um Weltklasse-Niveau zu erreichen.“
Während Pavlovic unter Ex-Trainer Thomas Tuchel unumstritten war, setzt Vincent Kompany nicht immer auf ihn, was sich auch in seinen Einsatzminuten widerspiegelt. Nagelsmann fragt: „Wie viel hat Lamine Yamal letztes Jahr gespielt? Ich glaube 100 Prozent. Und einer unserer Top-Talente nur 33 Prozent. Das ist zwei Drittel weniger Spiele, wenn ich richtig rechne. Das ist schon ein Schlüssel, auch für ihn. Aber er weiß, dass ich sehr viel von ihm halte.“
Nagelsmann fügt hinzu: „Er ist ein außergewöhnlich gutes Sechser-Talent mit einer großen Gabe, Ballbesitzfußball zu spielen. Zudem hat er die Fähigkeit, frühzeitig eine gute Defensiv-Position zu erreichen. Er muss sich einfach den Rhythmus über Spielzeit holen. Und das kann er nur, wenn er besser ist als die anderen beiden, die dort spielen.“