Nagelsmann reagiert auf Sammer: Kritik und klare Ziele

Nagelsmann reagiert auf Sammer: Kritik und klare Ziele

Bundestrainer Julian Nagelsmann hat erstmals auf die scharfe Kritik des ehemaligen DFB-Sportdirektors Matthias Sammer reagiert und eine klare Forderung formuliert.

Frankfurt – Nach monatelangem Schweigen hat Bundestrainer Julian Nagelsmann auf die kritischen Äußerungen von Matthias Sammer reagiert. Im Rahmen der Kadernominierung für die bevorstehenden WM-Qualifikationsspiele äußerte der 38-Jährige deutliche Worte zur Art und Weise, wie Sammer seine Kritik vorgebracht hat.

Die Vorgeschichte reicht bis in den vergangenen Sommer zurück. In einem Interview mit dem Kicker hatte Sammer dem deutschen Fußball eine fundamentale Identitätskrise attestiert und dabei nicht mit harten Worten gespart. Bei der Kader-Nominierung sorgte Nagelsmann zudem für Aufsehen, als er einen ehemaligen Bayern-Star aus dem Kader strich.

„Der deutsche Fußball hat seine grundsätzliche Identität und damit wesentliche Stärke verloren“, erklärte Sammer damals gegenüber dem Kicker. Besonders scharf kritisierte der 57-Jährige die Entwicklung der Nationalmannschaft: „Wir Deutschen sind, wie man an unserer Fußballgeschichte sieht, immer mannschaftlich geschlossen, robust und kompakt aufgetreten. Als Mannschaft waren wir eine Maschine. Heute sind wir maximal noch ein Maschinchen.“

Der Europäische Fußballer des Jahres 1996 sieht den deutschen Fußball in einer gefährlichen Schieflage. „Wir sind schockverliebt in Taktik und Ballbesitz, haben mit deren Übernahme einiges verbessert, aber Wesentliches verloren“, führte Sammer weiter aus. Seiner Meinung nach werde „Durchschnitt als außergewöhnlich“ verkauft – ein direkter Seitenhieb auf die Bewertung des Viertelfinal-Ausscheidens bei der Heim-EM 2024.

Nagelsmann zeigt sich grundsätzlich offen für Kritik, prangert jedoch Sammers Vorgehen an. „Ich bin immer offen für Kritik. Ich bin aber ein großer Freund davon, dass man das persönlich klärt, wenn es einen persönlich betrifft“, erklärte Nagelsmann während der Kadernominierung für die WM-Qualifikation, bei der er auch drei Neulinge nominierte.

Der Bundestrainer bemängelt die öffentliche Art der Kritik: „Wenn man ein Interview hat, kann man die Person, die man kritisieren möchte, vorher informieren.“ Inhaltlich räumt Nagelsmann jedoch ein, dass Sammer „viele gute Dinge gesagt“ habe, die er bereits für sich reflektiert habe.

Unverständnis zeigt Nagelsmann zudem für die Kritik an seinem selbstbewusst formulierten WM-Ziel, bei dem Turnier im nächsten Jahr den Titel holen zu wollen. „Ich finde, das Ziel auszurufen, dass wir Weltmeister werden wollen, ist nicht arrogant oder nicht demütig genug, sondern ich glaube, das ist ganz normal“, verteidigte er seine Ansage.

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