Neymars WM-Träume stehen auf der Kippe
Carlo Ancelotti hat Neymar erneut nicht in den Kader berufen. Der brasilianische Superstar ist verärgert und kämpft um seinen letzten großen Traum.
Rio de Janeiro – Neymar bleibt der teuerste Fußballer der Welt, gemessen an seiner Ablösesumme. Doch für Carlo Ancelotti, den Trainer der brasilianischen Nationalmannschaft, spielt dies keine Rolle. Der frühere Coach des FC Bayern München nominierte Neymar nicht für die letzten Testspiele vor der WM 2026 – ein Schlag ins Gesicht für den 34-Jährigen, der unbedingt an seiner vierten Weltmeisterschaft teilnehmen möchte. Ob dieser Traum noch lebt, entscheidet sich am 18. Mai, wenn Ancelotti den endgültigen WM-Kader bekanntgibt.
Ancelotti ließ bei der Kaderbekanntgabe keinen Zweifel an seiner Begründung: „Ich habe ihn nicht berufen, weil er nicht bei 100 Prozent ist. Wir brauchen Spieler, die auf ihrem besten Niveau sind. Neymar muss weiter arbeiten, spielen und seine Qualitäten sowie eine gute physische Verfassung zeigen“, sagte der Italiener. Die Tür sei jedoch nicht endgültig geschlossen: „Neymar kann zur WM fahren – wenn er 100 Prozent fit ist.“
Sein letztes Länderspiel bestritt Neymar im Oktober 2023, als er sich im WM-Qualifikationsspiel gegen Uruguay das Kreuzband riss und kurz vor der Halbzeit vom Platz musste. Seitdem wartet der Stürmer auf sein 129. Länderspiel für die Seleção. Bei Al-Hilal in Saudi-Arabien fand er nie zurück zu seiner Form, und seit Januar 2025 versucht er beim FC Santos in seiner Heimat, seine Karriere zu retten. Doch die Verletzungen häufen sich: Seit Anfang 2023 verpasste er laut Transfermarkt.de 114 Pflichtspiele und in der laufenden Saison stand er erst viermal auf dem Platz.
Neymar reagierte auf die Nicht-Nominierung mit einer Mischung aus Enttäuschung und Trotz. „Das kann man nicht so einfach übergehen. Natürlich bin ich verärgert und traurig, dass ich nicht nominiert wurde“, sagte er laut brasilianischen Medien. „Aber der Fokus bleibt Tag für Tag, Training für Training, Spiel für Spiel bestehen. Wir werden unser Ziel erreichen. Es steht noch eine letzte Nominierung aus, und der Traum lebt weiter.“ In seiner Instagram-Story fügte er hinzu: „Vertraut dem Prozess – was sein wird, wird sein! Arbeitet im Stillen.“
Ancelottis Entscheidung hat auch taktische Gründe. Brasiliens Offensive funktioniert längst ohne den einstigen Superstar. Vinicius Jr., Raphinha und Matheus Cunha tragen die Verantwortung, während Talente wie Rayan und Igor Thiago nach vorne drängen. Neymar ist in dieser Hierarchie kein gesetzter Starter mehr – bestenfalls eine Option von der Bank. Erschwerend kommt hinzu, dass er beim Ligaspiel gegen Mirassol am 11. März nicht auflief, obwohl Ancelotti eigens angereist war, um ihn zu beobachten. Stattdessen schonte er sich für das Derby gegen Corinthians – eine Entscheidung, die ihm möglicherweise teuer zu stehen kommt.
Im Jahr 2017 zahlte Paris Saint-Germain noch 222 Millionen Euro an den FC Barcelona – bis heute die höchste Ablösesumme der Fußballgeschichte. Dieser Rekord ist Neymars bleibendes Vermächtnis im Weltfußball. Ob er dazu noch ein letztes WM-Kapitel schreiben darf, liegt nun allein in seinen Händen. Ancelotti hat die Bedingungen klar formuliert, und der 18. Mai rückt schnell näher.