Oliver Baumann über seine Rolle bei der WM
Oliver Baumann wird nicht als Nummer 1 zur WM reisen. Erstmals seit der Entscheidung zugunsten von Manuel Neuer äußert sich die Nummer 2 zu ihrer neuen Rolle.
Winston-Salem – Die Hoffnungen von Oliver Baumann, als Nummer 1 zur WM zu fahren, haben sich letztendlich zerschlagen. Der Torhüter von TSG 1899 Hoffenheim rückte nach der Verletzung von Marc-André ter Stegen nach, rechnete jedoch nicht damit, dass Manuel Neuer plötzlich wieder ins Spiel kommen würde. Kurz vor der Kadernominierung erhielt Baumann die Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Nach dem mühsamen 2:1-Sieg der deutschen Mannschaft im Testspiel gegen die USA sprach Baumann erstmals über seine Degradierung. Im Interview mit RTL gestand er: „Anfangs war es natürlich hart. Das war nicht ganz cool von meinem Gefühl her.“ Dennoch war für ihn klar, dass er als Vertreter und Unterstützer an der WM teilnehmen würde.
„Mir war sofort klar, dass ich für das Team da sein werde und mitgehe. Ich habe nicht einmal darüber nachgedacht, nicht mitzukommen. Es ist für mich ja auch eine WM, da möchte ich dabei sein und der Mannschaft helfen. Das habe ich in der Qualifikation so gesagt, und so ist es jetzt auch“, erklärte Baumann. Gegen die USA zeigte der 36-Jährige eine tadellose Leistung, die unterstrich, dass er bereit gewesen wäre, die Nummer 1 zu übernehmen.
Bundestrainer Nagelsmann zollte seinem zweiten Keeper ein großes Lob, stellte jedoch klar: „Er wird jetzt, wenn wir in Winston-Salem ankommen, ins Mannschaftstraining einsteigen, so ist es geplant, und dann gegen Curaçao auch spielen.“ Manuel Neuer kämpft weiterhin mit einer Wadeverletzung, die jedoch bald überwunden sein sollte.
Für Baumann bleibt somit nur der undankbare Platz auf der Ersatzbank. Obwohl er sich die WM ganz anders erträumt hatte, hat er sein Schicksal bereits akzeptiert und richtet seinen Fokus auf die neuen Herausforderungen. „Ich möchte meinen Beitrag leisten, darum geht es. Voller Fokus auf mich, voller Fokus auf die Mannschaft. Alles andere ist außen vor.“ Sollte Deutschland am Ende tatsächlich den Titel holen, wäre der Jubel von Oliver Baumann sicherlich Nummer-1-würdig.