Ottmar Hitzfeld erklärt Absage als deutscher Nationaltrainer

Ottmar Hitzfeld erklärt Absage als deutscher Nationaltrainer

Eine Legende des FC Bayern München, Ottmar Hitzfeld, hat die Möglichkeit verpasst, deutscher Nationaltrainer zu werden, da ihn mentale Probleme von dieser Position abhielten.

München – Hitzfeld zählt zu den erfolgreichsten und beliebtesten Trainern in der Geschichte des FC Bayern. Zwischen 1998 und 2004 führte er den deutschen Rekordmeister, bevor er in der Saison 2007/08 ein Comeback feierte. In einem kürzlich veröffentlichten Buch des Schweizer Journalisten Andreas Böni mit dem Titel „Mensch Fußballstar“, äußert Hitzfeld, dass er die Chance auf den Posten des deutschen Nationalcoachs hatte, aber aufgrund persönlicher Herausforderungen absagen musste.

Im Jahr 2004 wurde dem damals 76-Jährigen das Amt des Nationaltrainers angeboten, nachdem das DFB-Team in der Vorrunde der EM enttäuschend abgeschnitten hatte.

„Drei Tage lang liege ich fast nur im Bett und grüble. Es ist brutal. Das Angebot als deutscher Nationaltrainer ist verlockend, aber ich weiß, dass ich keine Kraft habe. Am liebsten hätte ich die Decke über den Kopf gezogen und weitergeschlafen. Es ist grausam, wenn du plötzlich keine Kraft mehr hast“, beschreibt Hitzfeld seine Gedanken in dieser Zeit.

Rückenschmerzen und Schlafprobleme führten dazu, dass Hitzfeld ein Kartenhaus seiner Gesundheit zusammenbrach. Für ihn stand fest: „Ich kann das Angebot als Nationaltrainer nicht annehmen. Für einen neuen Job muss man ausgeruht sein. Und ganz ehrlich: Zu diesem Zeitpunkt wollte ich nie wieder Trainer sein.“ Damit war seine erfolgreiche Karriere vorerst beendet.

Der ehemalige Coach des FC Bayern, der sowohl mit den Münchnern als auch mit Borussia Dortmund den Champions-League-Pokal gewann, berichtet von einem entscheidenden Moment, als er im Auto plötzlich unter akuter Platzangst litt. „Ich bekomme Atemnot, alles wird eng, ein furchtbares Gefühl. Erst als ich die Fenster öffne, wird es besser.“

Seine Reaktion auf diese Erfahrung: „Ich realisiere, dass ich Hilfe brauche. Ich benötige einen Psychiater. Dieser verschreibt mir Antidepressiva, die mir helfen, mich zu beruhigen.“ Nach drei Jahren der Rückkehr nach Engelberg in der Schweiz, reflektiert Hitzfeld heute, elf Jahre nach seinem Rücktritt als Nationaltrainer der Schweiz: „Jede Nachricht ist wichtig, ich muss Tag und Nacht erreichbar sein. Das war der größte Fehler.“ Hitzfeld spricht auch über einen Gefängnisbesuch bei Uli Hoeneß.

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