Paris Saint-Germain trifft auf FC Bayern: Ein europäisches Fußball-Highlight
Paris – Am Dienstagabend empfängt Paris Saint-Germain den FC Bayern München zum vierten Gruppenspieltag in der Champions League. Dieses Aufeinandertreffen verspricht ein spannendes Duell zwischen dem Tabellenführer und dem Tabellenzweiten, dem amtierenden Champions-League-Sieger und dem derzeit formstärksten Team Europas mit 15 Pflichtspielsiegen in Folge.
Die Vorfreude auf dieses Spiel ist auf beiden Seiten groß. Ein temporeiches, spektakuläres und emotionales Spiel wird erwartet. In den vergangenen Jahren haben sich die beiden Teams bereits mehrfach in bedeutenden Partien gegenübergestanden. Zu den Höhepunkten zählt der 3:0-Sieg von PSG über Bayern in der Gruppenphase im September 2017, der zur Entlassung des damaligen Bayern-Trainers Carlo Ancelotti führte.
Im August 2020 besiegte der FC Bayern Paris im Champions-League-Finale mit 1:0. PSG revanchierte sich in der folgenden Saison, als sie den Titelverteidiger im Viertelfinale mit mehr erzielten Auswärtstoren ausschalteten. In der Saison 2022/23 hatte Bayern jedoch keine Gnade und eliminierte PSG im Achtelfinale.
In der letzten Saison scheiterte Bayern im Viertelfinale der FIFA Klub-WM mit 0:2 gegen PSG. Dieses Duell hat sich durch zahlreiche packende Begegnungen zu einem der wichtigsten Spiele in Europa entwickelt – quasi dem europäischen Clásico. Zudem gibt es eine ideologische Komponente, die die beiden Teams deutlich unterscheidet.
PSG ist im Besitz des Staates Katar, was dem Club ein extrem hohes Budget ermöglicht. Im Gegensatz dazu steht der FC Bayern finanziell auf eigenen Beinen und kann nicht in jedem Transfermarkt mit den großen Summen konkurrieren, auch wenn die Vereinsführung dies anders darstellt.
Kulturell strahlt die Metropole Paris ein anderes Flair aus als das eher beschauliche München. Dennoch hat die Partie an einigen Stellen noch nicht die nötige Würze. Bayern gegen PSG ist erst seit 2017 ein echtes Highlight; zuvor war Paris sowohl national als auch international eine zu vernachlässigende Größe.
Bis 2012 gewann Paris nur zweimal die französische Meisterschaft (1986 und 1994). Ähnlich wie Hertha BSC in Deutschland hatte der Club Mühe, seine Potenziale auszuschöpfen. Erst mit dem Einstieg Katars im Jahr 2011 wuchs PSG zu einer internationalen Größe. Die Frage bleibt, ob PSG bereits ein echter Weltclub ist.
Beim Champions-League-Finale in München waren abgesehen von den Fans in der Allianz Arena kaum PSG-Anhänger auf den Straßen und in den Clubs von München zu sehen. Die Feierlichkeiten waren spärlich. Im Gegensatz dazu war München von Inter-Fans überflutet, und selbst beim Fan-Fest im Olympiapark war das Kräfteverhältnis mit 90:10 zugunsten von Inter.
PSG hat nicht einmal in Frankreich die stärkste Fangemeinde; dieser Titel geht an Olympique Marseille. Auf vielen Kontinenten, insbesondere in Südamerika, liegt PSG in Bezug auf Bekanntheit und Beliebtheit weit hinter dem FC Bayern oder Real Madrid zurück. Die Königlichen sind auch ein relevantes Stichwort: In den letzten Jahren war die Rivalität zwischen Real Madrid und Manchester City oft der Höhepunkt der Champions-League-Saison.
Die Giganten traten seit 2020 fünfmal in K.o.-Runden gegeneinander an. Bei Manchester City verhält es sich ähnlich wie bei PSG: Es fehlt die Historie, um dieses Duell als das größte aller Zeiten zu deklarieren. So bleibt auch Bayern gegen PSG ein äußerst attraktives Spiel in der europäischen Fußballlandschaft.
Im Vergleich zu echten Clásicos wie Real Madrid gegen FC Barcelona oder europäischen Top-Duellen wie Real Madrid gegen Bayern, Juventus gegen Manchester United oder Liverpool gegen AC Mailand kann die Partie nicht mithalten. Es mangelt insbesondere an einer großen Fußball-Historie und einer globalen Fanbasis.