Paul Wanner verlässt den FC Bayern und wechselt zur PSV Eindhoven
Der FC Bayern München muss erneut einen talentierten Spieler ziehen lassen. Paul Wanner wechselt zur PSV Eindhoven in die Eredivisie, was beim Rekordmeister für Enttäuschung sorgt.
München - Diese Sommertransferperiode gestaltet sich für die Verantwortlichen des FC Bayern als äußerst herausfordernd. Max Eberl und sein Team sehen sich mit zunehmend schwierigen Vorgaben des Aufsichtsrats konfrontiert, angeführt von Uli Hoeneß. So dürfen die jüngsten Einnahmen aus dem Verkauf von Kingsley Coman offenbar nicht in neue Spieler investiert werden. Zudem fordert der VfB Stuttgart „Mondpreise“ für den Wunschspieler Nick Woltemade, was die Situation zusätzlich kompliziert. Auch die Abgänge talentierter Nachwuchsspieler scheinen dem Verein Sorgen zu bereiten.
Trotz der erheblichen Schwächung der Offensive durch die Abgänge von Thomas Müller, Leroy Sané, Kingsley Coman und Mathys Tel, und der bevorstehenden monatelangen Verletzung von Jamal Musiala, scheint der 19-jährige Paul Wanner nicht die Chance nutzen zu wollen, in diese Lücke vorzustoßen.
Wanner, der im Januar 2022 mit nur 16 Jahren der jüngste Spieler wurde, der jemals für den FC Bayern in der Bundesliga auflief, sollte behutsam durch Leihen nach Elversberg (2023/24) und Heidenheim (2024/25) an das Niveau des Profikaders herangeführt werden. Anscheinend sieht er jedoch nicht die Möglichkeit, diese Herausforderung anzunehmen.
Bei der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Eröffnungsspiel gegen RB Leipzig informierte Sportvorstand Eberl die Journalisten mit ernster Miene: „Paul Wanner ist heute beim Medizincheck in Eindhoven.“ Er fügte hinzu: „Es kommt auf die Spieler an, wie sie sich der Herausforderung stellen wollen. In der Offensive sind wir relativ dünn besetzt. Wenn man dann nicht daran glaubt, muss man Entscheidungen treffen. Wir wollen uns mit Spielern beschäftigen, die sich der Herausforderung stellen wollen.“
Der deutsche U21-Vizeeuropameister scheint nicht zu dieser Gruppe von Spielern zu gehören. Die Situation erinnert stark an den ebenfalls fixen Wechsel des gleichaltrigen Marokkaners Adam Aznou zu FC Everton. Auch für ihn bot sich eine große Gelegenheit, sich für die Startelf des Rekordmeisters zu empfehlen, doch er entschied sich für einen Wechsel in die Premier League zu einem Verein, der seit Jahren im Schatten steht.
Die Enttäuschung über Aznou war bei den Verantwortlichen an der Säbener Straße deutlich spürbar. Insbesondere FCB-Chefcoach Vincent Kompany sieht sich seit einiger Zeit heftiger Kritik im Umgang mit dem Nachwuchs ausgesetzt. Möglicherweise sollte der Fokus auf die Gegenseite gerichtet werden, um die Gründe für solche Abgänge zu verstehen.
Bei Paul Wanner steht die endgültige Entscheidung, für welche A-Nationalmannschaft er einmal spielen möchte, noch aus. Angesichts der aktuellen Entwicklungen wäre es nicht überraschend, wenn er sich kurzfristig für Österreich und damit für den einfacheren Weg entscheidet.