Personelle Veränderungen im DFB-Team nach WM-Aus

Personelle Veränderungen im DFB-Team nach WM-Aus

Das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2026 gegen Paraguay könnte weitreichende personelle Konsequenzen nach sich ziehen. Nach dem dritten enttäuschenden Turnier in Folge steht der DFB vor einem notwendigen Umbruch. Während einige Spieler weiterhin das Gerüst der Mannschaft bilden könnten, müssen mehrere erfahrene Akteure mit dem Ende ihrer Zeit im DFB-Trikot rechnen.

Seit dem Gewinn des WM-Titels 2014 hat Deutschland auf einen weiteren großen Erfolg gewartet. Die Generation um Joshua Kimmich, Leroy Sané, Leon Goretzka und Antonio Rüdiger konnte die hohen Erwartungen nie erfüllen. Daher ist es an der Zeit für einen umfassenden Neuanfang.

Bereits eine Entscheidung ist gefallen: Manuel Neuer hat nach dem Spiel gegen Paraguay erklärt, dass dies sein letztes Länderspiel war. Der 40-Jährige beendet seine Karriere in der Nationalmannschaft als Weltmeister und Rekordtorwart des DFB. Julian Nagelsmann hatte Neuer vor der WM überraschend wieder zur Nummer eins ernannt, was Oliver Baumann verdrängte. Der DFB muss nun die Suche nach einem neuen, langfristigen Torwart beginnen.

Neuer wird jedoch nicht der einzige prominente Spieler sein, der möglicherweise nicht mehr zum Aufgebot gehört. Pascal Groß wird zur EM 2028 bereits 37 Jahre alt sein. Seine Nominierung zur WM war bereits überraschend, da er sportlich kaum noch eine Rolle spielte. Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass der ehemalige Dortmunder weiterhin berücksichtigt wird.

Die Situation von Leon Goretzka ist ähnlich. Der 31-Jährige hatte bei der WM nur wenige Einsatzminuten und spielte unter Bundestrainer Nagelsmann keine tragende Rolle mehr. Gleichzeitig drängen jüngere Talente wie Aleksandar Pavlovic, Felix Nmecha und Angelo Stiller nach. Für Goretzka wird der Konkurrenzkampf künftig noch herausfordernder.

Zu den größten Enttäuschungen des Turniers zählte auch Leroy Sané. Schon seine Nominierung sorgte für Unruhe, und Nagelsmann setzte nahezu durchgehend auf den 30-Jährigen. Obwohl Sané defensiv engagiert arbeitete, fehlten ihm im letzten Drittel wie so oft Tempo, Durchschlagskraft und entscheidende Aktionen. Zudem dürfte der Konkurrenzkampf in der Offensive in den kommenden Jahren eher zunehmen, da mit Lennart Karl und Said El Mala die nächste Generation aufkommt.

Die Situation von Antonio Rüdiger ist weniger klar. Der Innenverteidiger wird im kommenden Jahr 34 und ließ seine Zukunft offen. „Ich habe immer Lust, aber ich bin jetzt emotional. Ich habe Urlaub und Zeit zum Nachdenken. Dann werden wir sehen, was passiert“, sagte der Spieler von Real Madrid. Ob er den personellen Umbruch begleiten oder Platz für die nächste Generation schaffen wird, bleibt abzuwarten.

Joshua Kimmich steht sinnbildlich für eine Generation, die den hohen Erwartungen nie gerecht werden konnte. Gemeinsam mit Spielern wie Sané, Goretzka oder Serge Gnabry, der die WM verpasste, sollte der heutige DFB-Kapitän einst nahtlos an die Weltmeister von 2014 anknüpfen. Stattdessen folgten drei enttäuschende Weltmeisterschaften.

Trotz der Herausforderungen dürfte Kimmich auch künftig eine wichtige Rolle spielen. Der 31-Jährige zählt nach wie vor zu den Schlüsselspielern und erklärte nach dem Ausscheiden, nicht aufgeben zu wollen: „Ich werde immer die Power haben für einen erneuten Anlauf.“ Auch Mats Hummels sprach sich trotz seiner deutlichen Kritik nicht grundsätzlich gegen erfahrene Führungsspieler aus. Es muss nun genau geprüft werden, welche Akteure Anfang 30 der Mannschaft noch helfen können und bei wem ein personeller Schnitt sinnvoll ist.

Nach dem erneuten WM-Debakel ist klar, dass der DFB den Kader verjüngen muss. Spieler wie Jamal Musiala, Florian Wirtz, Nathaniel Brown, Nick Woltemade, Felix Nmecha und Aleksandar Pavlovic werden voraussichtlich den Kern der Mannschaft in den kommenden Jahren bilden. Unabhängig davon, ob Julian Nagelsmann im Amt bleibt oder nicht, wird der Bundestrainer schwierige Personalentscheidungen treffen müssen. Verdienste aus der Vergangenheit werden nach drei enttäuschenden WM-Turnieren kaum noch ausreichen.

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