Pierre Littbarski feiert mit Theaterstück und emotionalem Geständnis
Pierre Littbarski hat auf der Theaterbühne ein bewegendes Geständnis abgelegt. Als Fußballstar blieb ihm kaum Zeit für seine Familie, nicht einmal für die Geburten seiner Töchter.
Köln – Zu seinem 66. Geburtstag beschenkte sich der Fußball-Weltmeister Pierre Littbarski mit etwas ganz Besonderem: einer Bühne. Mit seinem Theaterstück „Litti macht Theater“ im Kölner Bürgerhaus Stollwerck ließ der ehemalige Nationalspieler sein bewegtes Leben Revue passieren und scheute dabei nicht vor schmerzhaften Erinnerungen zurück.
Das Publikum erlebte mehr als nur Unterhaltung. Littbarski wagte den Schritt ins Theater und nahm die Zuschauer mit auf eine emotionale Reise durch sein Leben. Es gab Tränen, unerwartete Überraschungen und vor allem einen schonungslosen Blick auf seine Vergangenheit als Vater.
In einem Pressegespräch machte „Litti“ deutlich, wie wenig er während seiner aktiven Zeit als Profifußballer für seine Familie da war: Die Geburten seiner Töchter hatten für ihn damals keine Priorität. Fußball, Karriere und Erfolg standen an erster Stelle – ein Eingeständnis, das tief sitzt. Um Littbarskis Geschichte vollständig zu verstehen, muss man jedoch weiter zurückblicken.
Mit zwölf Jahren zog er zu seiner Mutter, nachdem sich seine Eltern getrennt hatten. Die folgende Zeit war alles andere als einfach. Die Mutter litt an Alkoholismus, und der tägliche Konsum nahm zu. Für den jungen Pierre blieb nur der Fußball als Halt. „Stück für Stück habe ich mich nach oben gekämpft“, erinnert sich Littbarski an diese schwierige Zeit. Dieser Kampf sollte sich auszahlen: Als Kölner Vereinslegende mit 504 Pflichtspielen und 144 Toren erreichte er mit der DFB-Auswahl dreimal das WM-Finale – 1982, 1986 und schließlich 1990 als Weltmeister.
Besonders bewegend war der Abend für Littbarskis Tochter Denise (43), die in der ersten Reihe saß und nicht ahnte, was sie erwarten würde. Im Gespräch mit der Presse äußerte sich Littbarski nüchtern, aber ehrlich: „Sie ist nicht so melodramatisch. Wir freuen uns, wenn wir uns sehen. Aber da werden nicht die alten Zeiten aufgearbeitet.“ Ihre Beziehung ist geprägt von Akzeptanz und dem Wissen, dass manche Dinge der Vergangenheit nicht ungeschehen gemacht werden können.
Ein besonderer Moment des Abends wurde durch einen alten Weggefährten geschaffen: Torhüter-Legende Toni Schumacher (72) erschien als Überraschungsgast und brachte einen außergewöhnlichen Geburtstagsgruß mit – einen Käse-Lakritz-Kuchen. Diese Geste zeigt, dass die Bindungen aus alten Kölner Zeiten bestehen geblieben sind.