Politische Kontroversen bei der WM: FIFA hebt Sperre von US-Spieler Balogun auf
Die FIFA-Sperre gegen den US-Spieler Folarin Balogun bleibt ein zentrales Thema der Fußball-Weltmeisterschaft.
Washington – Der größte Polit-Skandal dieser WM ereignete sich im Sechzehntelfinale, als Balogun nach einem unabsichtlichen, jedoch brutalen Tritt die Rote Karte sah und gesperrt wurde. Kurz vor dem Achtelfinalspiel gegen Belgien intervenierte US-Präsident Donald Trump persönlich bei FIFA-Präsident Gianni Infantino, was zur Aufhebung der Sperre führte.
Diese Einmischung des Weißen Hauses stieß weltweit auf scharfe Kritik. Die UEFA bezeichnete den Schritt der FIFA als „unverständlich und ungerechtfertigt“ und erklärte, dass eine „rote Linie“ überschritten worden sei. Balogun durfte im Achtelfinale von Beginn an spielen, doch die USA verloren mit 1:4 gegen Belgien und schieden aus dem Turnier aus.
Andrew Giuliani, Leiter der WM-Task-Force des Weißen Hauses, verteidigte die Intervention vehement. „Ob an der Wahlurne oder auf dem Spielfeld – die US-Regierung will ein faires Spiel“, erklärte er auf einer Pressekonferenz. Er zeigte sich erfreut darüber, dass der amerikanische Verband Einspruch gegen die Rote Karte eingelegt habe, und bekräftigte die Unterstützung für die ergriffenen Maßnahmen.
Giuliani kritisierte zudem Schiedsrichter Raphael Claus: „Wir fanden es höchst verdächtig, dass ein Schiedsrichter, der zuvor wegen Spielmanipulation untersucht worden war, die Rote Karte ausgestellt hat.“ Er bemängelte auch, dass die VAR-Technik bei einem Kontaktfoul nicht hätte eingesetzt werden dürfen.
Als ein Journalist klarstellte, dass Claus während der Ermittlungen lediglich als Zeuge geladen war, räumte Giuliani ein: „Ihm wurden keine Vergehen vorgeworfen – das ist uns klar.“ Dennoch beharrte er darauf, dass die Situation vergleichbar sei. Die FIFA hatte Claus bereits in einer offiziellen Stellungnahme verteidigt: „Im Laufe seiner Karriere hat er stets höchste Standards an Professionalität und Integrität unter Beweis gestellt.“
Ungeachtet der Kontroversen zieht das Weiße Haus eine positive Bilanz des Turniers. Giuliani berichtete, dass mehr als 6,5 Millionen Fans bislang WM-Spiele besucht hätten – nahezu doppelt so viele wie beim bisherigen Rekord. „Wir haben gezeigt, dass es keinen besseren Ort gibt, um große Sportveranstaltungen auszurichten, als die Vereinigten Staaten von Amerika“, schloss er. Ein wenig Selbstlob, wie zu erwarten…