RB Leipzig: Trainerwechsel konnte die Saison nicht retten

RB Leipzig: Trainerwechsel konnte die Saison nicht retten

Im April übernahmen Zsolt Löw und Peter Krawietz das Traineramt bei RB Leipzig, um die Champions-League-Teilnahme zu sichern. Doch bereits zu Beginn war klar, dass dieser Plan kaum Aussicht auf Erfolg hatte.

Leipzig – Peter Krawietz, der seit Jahren eng mit Jürgen Klopp zusammenarbeitet, trat nach ihrer gemeinsamen Zeit beim FC Liverpool in die Dienste von Red Bull ein – Klopp als „Head of Global Soccer“ und Krawietz als „Head of Soccer Philosophy“. In der entscheidenden Phase der Saison erhielten Krawietz und Löw jedoch die kurzfristige Aufgabe, RB zu stabilisieren und die internationalen Plätze zu sichern. In einem Interview mit Spox erklärte Krawietz, warum diese Mission von Anfang an nahezu aussichtslos war.

Wie kam es zu der Entscheidung, für zwei Monate erneut auf die Trainerbank zu gehen? „Jürgen rief mich an einem Samstagabend an, nachdem er mit dem Klub gesprochen hatte, und erklärte, dass ein personeller Wechsel notwendig sei. Die Idee war, dass Zsolt und ich die Verantwortung übernehmen. Das war das erste Mal, dass ich von diesem Gedanken hörte. Kurz darauf meldete sich auch Marcel Schäfer bei mir. Am Montagmorgen hatten wir bereits unser erstes Training. Der Auftrag war, die Saison noch zu retten“, so der gebürtige Mainzer. Obwohl er eine Nacht darüber schlafen durfte, traf Krawietz letztlich eine eher unreflektierte Entscheidung, die auch seine Frau überraschte, da sie nicht in die bestehenden Planungen passte.

Seine persönliche Enttäuschung über das enttäuschende Saisonende – RB Leipzig schloss die Spielzeit auf Platz sieben ab und verpasste somit die Conference League – sei „sehr groß“ gewesen. Die Gründe, warum der Trainerwechsel keinen Einfluss mehr hatte, seien „vielschichtig“.

Bereits die Ausgangslage, mit der RB in die Saison gestartet war, bezeichnet der erfahrene Co-Trainer als schwierig: „Wir wissen aus Erfahrung, dass eine solche Saison, wie sie Leipzig gespielt hat, jederzeit passieren kann. Die Mannschaft hatte entscheidende Führungsspieler und Qualitätsakteure verloren. Auch die zahlreichen Abstellungen für die EM hatten negative Auswirkungen auf das Training und die Grundlagenarbeit im Sommer. Zudem glaube ich, dass die Wechsel in der Führungsetage und die Marketingreise in die USA einen gewissen Einfluss hatten. Die Vorbereitung war daher suboptimal und konnte es auch nicht sein.“

Eines der Hauptprobleme nach der Übernahme war laut dem 53-Jährigen, dass sich die Mannschaft von den vielen Verletzungen im Herbst und dem anschließenden Leistungsabfall kaum erholt hatte: „Ihnen fehlte die letzte Überzeugung, das als Gruppe schaffen zu können. Die Mannschaft funktionierte nicht mehr optimal. In einer entscheidenden Phase, in der zahlreiche Klubs alles daran setzen, ihre Saison zu krönen, wird es sehr kompliziert, einen neuen Anlauf zu nehmen.“ Nach der misslungenen Saison startete RB schließlich einen Umbruch und wächst seit Juli mit Ole Werner an der Seitenlinie immer mehr zusammen.

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