RB Leipzigs Philosophie: Junge Talente entwickeln und verkaufen
RB Leipzig verfolgt eine erfolgreiche Strategie, indem sie junge Spieler entwickeln und anschließend teuer verkaufen. Doch reicht dieses Konzept aus, um die Meisterschaft zu gewinnen?
Leipzig – Nach dem Bundesligaaufstieg im Jahr 2016 verpasste RB Leipzig erstmals das internationale Geschäft und landete mit einem enttäuschenden siebten Platz nicht einmal in der Conference League. Dies führte im Sommer zu einem umfassenden Umbruch unter dem Motto „Back to the Roots“. Der Klub setzte auf junge, hungrige Talente und verpflichtete mit Ole Werner einen Trainer, der diese Spieler gezielt entwickeln kann. Allerdings mussten dafür erneut Leistungsträger wie Xavi Simons und Benjamin Sesko, die zusammen rund 150 Millionen Euro in die Premier League wechselten, den Verein verlassen. In den letzten fünf Jahren hat RB Leipzig durch diese Transfers beeindruckende Einnahmen erzielt, doch bleibt die Frage, ob diese Philosophie auch zur Meisterschaft führen kann.
In den letzten fünf Jahren erzielte Leipzig Transfereinnahmen von 770,47 Millionen Euro und belegt damit hinter dem FC Chelsea (1,14 Milliarden Euro) und Benfica Lissabon (787,34 Millionen Euro) den dritten Platz (Quelle: Sport1). In der Sendung „Doppelpass“ nach dem 1:0-Sieg gegen Mainz 05 erklärte Sportchef Marcel Schäfer, warum der Klub konsequent auf dieses Modell setzt: „Das ist das, was RB Leipzig über Jahre hinweg sehr erfolgreich gemacht hat. Wir haben junge Spieler verpflichtet, die in der Fußballwelt bereits Fuß gefasst haben, jedoch nicht die bekanntesten Namen tragen.“
Der 41-Jährige fügte hinzu: „Wir begleiten diese Spieler über einen gewissen Zeitraum in ihrer Karriere, weil wir über eine hervorragende Infrastruktur und ein starkes Expertenteam verfügen – einschließlich des Trainerteams und der Mannschaft. Wir arbeiten täglich daran, dass sie ihr Leistungsmaximum erreichen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir einen Spieler blockiert haben, der ein attraktives Angebot erhalten hat, das sowohl sportlich als auch wirtschaftlich für alle Beteiligten sinnvoll war. Das ist unser Weg, unsere Philosophie, und das zieht auch andere junge Spieler an. Das hilft uns in den Gesprächen, denn sie wissen, dass RB Leipzig sich intensiv um junge Talente kümmert.“
Auf die Frage, ob man trotz regelmäßiger internationaler Teilnahmen mit dieser Philosophie irgendwann Meister werden kann, warf Schäfer zunächst sechs Euro in die Phrasenschweine: „Im Fußball ist immer alles möglich“, so der RB-Boss. Anschließend äußerte er sich ernster: „Ich hätte nie gedacht, dass wir mit dem VfL Wolfsburg Meister werden, aber ich glaube, dass man am besten abschneidet, wenn man authentisch bleibt. Und authentisch für RB Leipzig heißt, dass wir auch in diesem Transfersommer versucht haben, junge, hungrige und entwicklungsfähige Spieler zu verpflichten, die wir auf ihrem Weg begleiten und mit denen wir unsere Ambitionen verfolgen. Deshalb wollten wir wieder ein Stück weit zurück zu den Wurzeln.“
Ein weiterer Fokus liegt auf der Entwicklung der eigenen Jugend. Im Sommer wurde David Wagner als neuer Akademie-Chef verpflichtet, um mehr Durchlässigkeit in den Profibereich zu schaffen. Es ist wichtig, den Talenten Raum und Stabilität zu bieten. Eine leistungsstarke Profiabteilung ist entscheidend, um den Spielern gelegentlich Einsatzzeiten zu ermöglichen, jedoch nicht, wenn die Spiele stets auf der Kippe stehen.