Reitz zeigt neues Potential für Borussia Mönchengladbach
Ein Spieler von Borussia Mönchengladbach zeigte im Spiel gegen den VfB Stuttgart eine Facette, auf die die Fans lange gewartet haben.
Mönchengladbach – In seiner dritten Saison hat Cheftrainer Gerardo Seoane einige Anpassungen vorgenommen. Dabei rückt das Mittelfeld erneut in den Fokus. Während der Coach im letzten Jahr auf eine Doppelsechs setzte, könnte Gladbach künftig häufiger im 4-3-3-System agieren.
Der Grund dafür ist der Abgang von Julian Weigl nach Saudi-Arabien, dessen Platz nun von Neuzugang Yannik Engelhardt eingenommen wird. Engelhardt kann, ähnlich wie Philipp Sander, als alleiniger Sechser agieren und den beiden offensiveren Mittelfeldspielern den Rücken freihalten. Dies kommt nicht nur Kevin Stöger zugute, der das Spiel aus einer tieferen Position heraus steuern kann, sondern auch Rocco Reitz.
In der vergangenen Saison war Reitz vor allem für die Defensivarbeit zuständig, da Weigl einen „Reparierer“ an seiner Seite benötigte. Obwohl der 23-Jährige auch den Vorwärtsgang suchte und hohe Balleroberungen erzielen konnte, spielte er im Vergleich zu seinen Auftritten in der deutschen U21-Nationalmannschaft oft mit angezogener Handbremse.
Besonders während der U21-Europameisterschaft zeigte Reitz seine fußballerischen Qualitäten. Diese konnte er erstmals beim 0:1 gegen den VfB Stuttgart am Samstag unter Beweis stellen, als ihm Sander auf der Sechs den Rücken freihielt.
Reitz besetzte zusammen mit Stöger die Achterpositionen, was das Spiel von Gladbach merklich veränderte. Anstatt schnell die Flügelspieler zu suchen, kombinierte Borussia mehrfach durch das Zentrum und verlagerte das Spiel deutlich später auf die Außenbahnen. Besonders Reitz trat häufig als Initiator auf.
Wenn Gladbach regelmäßig in dieser Mittelfeldkonstellation spielt, wird der Vizekapitän voraussichtlich an mehr Toren beteiligt sein. In der bisherigen Saison 2023/24 erzielte Reitz noch sechs Tore und gab drei Vorlagen, während es in der Saison 2024/25 nur zwei Treffer und einen Assist waren. Zum Vergleich: In der U21 erzielte er zwei Tore und acht Vorlagen.
Die zuletzt schwache Ausbeute auf Vereinsebene ist für Reitz frustrierend. „Ich möchte unbedingt meine Torgefährlichkeit steigern. Es hat mich belastet, dass ich von sechs Saisontoren auf zwei zurückgefallen bin“, sagte der Leistungsträger in einem Interview mit dem kicker.
Darüber hinaus möchte er nicht nur durch sein Zweikampfverhalten überzeugen, sondern auch in den Bereichen „vorletzter Pass, letzter Pass, Assists, Linienüberschreitung und Präsenz in gefährlichen Zonen“ punkten, betonte Reitz. Wenn es ihm gelingt, sich in all diesen Aspekten weiterzuentwickeln, kann er seinem Spiel eine Facette hinzufügen, die lange verborgen geblieben ist.
Dies wäre auch wichtig, um einige Qualitäten zu erhalten, die mit dem Abgang von Weigl verloren gegangen sind. Das Mittelfeld von Borussia darf nicht nur aus Kämpfern bestehen; es braucht eine Balance aus körperlichen und fußballerischen Attributen. Reitz vereint beides und macht sich damit besonders wertvoll für Gladbach.