Rouven Schröder und die Herausforderungen bei Borussia Mönchengladbach

Rouven Schröder und die Herausforderungen bei Borussia Mönchengladbach

Rouven Schröder steht vor seiner ersten Herausforderung als Sportchef von Borussia Mönchengladbach: das bevorstehende Transferfenster. Wird er auf bewährte Strategien zurückgreifen?

In seiner ersten vollen Woche bei Borussia Mönchengladbach ist der 50-Jährige häufig mit dem Telefon in der Hand zu sehen, während er die Trainingseinheiten besucht. Viele Gespräche stehen auf seiner Agenda, da er die Strukturen und Mitarbeiter des Vereins kennenlernen möchte.

Schröder beobachtet, wie die Spieler trainieren und wie sie die Anweisungen und die Energie ihres Trainers Eugen Polanski aufnehmen. Die Trainerfrage ist ein zentrales Thema, das der Nachfolger von Roland Virkus angehen muss, denn nach vier Spielen wartet Polanski noch auf seinen ersten Sieg.

Darüber hinaus richtet Schröder bereits seinen Blick auf den Januar, wenn das Transferfenster öffnet. Es gibt ausreichend Handlungsbedarf, und er hat bereits über Zu- und Abgänge gesprochen, wobei die Abwehr oberste Priorität hat. Angesichts des Zeitdrucks könnte er auf bewährte Methoden zurückgreifen.

Schröders langfristiger Auftrag in Gladbach besteht darin, den Kader aufzuwerten, Spieler zu entwickeln und diese gewinnbringend zu verkaufen, um den Verein sowohl sportlich als auch wirtschaftlich wieder auf Kurs zu bringen. Belege seiner bisherigen Erfolge findet man in seiner Zeit bei Mainz 05, wo er von April 2016 bis Dezember 2020 tätig war.

Besonders erfolgreich war Schröder auf dem französischen Markt. In seiner Amtszeit verpflichtete er insgesamt sechs Spieler aus der Ligue 1 oder französische Talente. Die bekanntesten Transfers sind Abdou Diallo, der für 28 Millionen Euro zu Borussia Dortmund wechselte, und Jean-Philippe Gbamin, der für 25 Millionen Euro zum FC Everton ging.

Jean-Philippe Mateta wurde für 11 Millionen Euro an Crystal Palace verkauft, wo er in 165 Pflichtspielen 53 Tore erzielte, davon 37 unter dem ehemaligen Eintracht Frankfurt-Trainer Oliver Glasner. Auch Moussa Niakhaté, der über Mainz und Nottingham Forest zu Olympique Lyon wechselte, war eine wichtige Stütze.

In den letzten Jahren hat auch Gladbach Erfolge auf dem französischen Markt erzielt. Zwischen 2018 und 2023 wurden Alassane Pléa, Marcus Thuram, Ramy Bensebaini, Manu Koné, Nathan Ngoumou und Franck Honorat verpflichtet. Die meisten dieser Spieler waren Stamm- und Unterschiedsspieler, während Ngoumous Entwicklung nicht den Erwartungen entsprach.

Die Konkurrenz hat das Potenzial des französischen Marktes erkannt. Es wird zunehmend schwieriger, bezahlbare Talente wie Diallo oder Gbamin zu finden. Zudem möchte Schröder nicht nur als „Frankreich-Experte“ wahrgenommen werden.

„Im Scouting gibt es nicht nur ein Land. Es muss passen; die Sprache spielt eine große Rolle, auch im Hinblick auf die Kabine. Der französische Markt ist natürlich interessant, aber es gibt auch viele andere spannende Märkte“, sagte Schröder während seiner Vorstellung beim FC Schalke 04 im Jahr 2021.

Qualität hat Vorrang vor Nationalität, das ist selbstverständlich. Dennoch könnte Frankreich auch im Hinblick auf das bevorstehende Wintertransferfenster ein interessanter Markt für Gladbach sein. Schröder sollte sich jedoch das Ziel setzen, eine ähnliche Lösung zu finden wie Max Eberl im Wintertransferfenster 2010/11.

Damals kämpfte Borussia ebenfalls gegen den Abstieg und rettete sich in der Relegation gegen den 1. FC Nürnberg. Zur Rückrunde verstärkte Martin Stranzl die Mannschaft. Der damals 30-Jährige kam für 800.000 Euro von Spartak Moskau und brachte Erfahrung und Führungsstärke mit. Stranzl wurde bis zu seinem Karriereende 2016 zum Wortführer und trug bereits in seinem ersten Jahr die Kapitänsbinde.

Die Führungsrolle war ursprünglich für Kevin Diks vorgesehen, doch der Neuzugang hat bisher Schwierigkeiten, sich an die Bundesliga anzupassen. Der von Ex-Sportchef Roland Virkus oft betonte Faktor „Leadership“ wurde in der Abwehr vernachlässigt. Es bedarf gezielter Verstärkungen, um die Defensive zu stabilisieren und den Weg aus der Krise zu finden.

Topics

Related news