Rückkehr der Nationalmannschaft nach WM-Aus bleibt unauffällig

Rückkehr der Nationalmannschaft nach WM-Aus bleibt unauffällig

Nach dem vorzeitigen Ausscheiden bei der Weltmeisterschaft kehrt die deutsche Nationalmannschaft zurück nach Deutschland, jedoch bleibt der große Empfang aus – eine Situation, die in der Vergangenheit oft anders war.

Winston-Salem – Im Jahr 2014 war die deutsche Nationalmannschaft eng mit ihrem Quartier, dem Campo Bahia, verbunden. Kurz vor der Abreise zum Finale in Rio de Janeiro wurde Kapitän Philipp Lahm gefragt, ob er sich vorstellen könne, dass die Mannschaft dort eines Tages ein Jubiläum feiern und wieder zusammenkommen würde. Er schloss dies kategorisch aus: „Im Fußball lebt man nicht in der Vergangenheit, man blickt immer nach vorne.“

Von den erfolgreichen deutschen Fußball-Generationen treffen sich regelmäßig nur die Weltmeister von 1990. Für sie ist es logistisch unkompliziert – und die Reise zum Comer See ist für viele ein Vergnügen. Sollten die Champions von 1974 sich am Ort ihres Triumphs verabreden, wäre das nichts Außergewöhnliches, da München für viele Alltag ist. Vor 52 Jahren konnten sie mit der U-Bahn von der WM nach Hause fahren.

Die Helden von 1954 reisten mit einem Sonderzug von Bern nach Deutschland zurück, der an allen wichtigen Bahnhöfen hielt. Die Spieler öffneten die Fenster und nahmen die Huldigungen sowie Geschenke (Nahrungsmittel, Elektronikgeräte) ihrer Fans entgegen. In München wurde eine Triumphfahrt durch die Stadt organisiert, die auch den jungen Franz Beckenbauer (8) begeisterte und ihn zu einer eigenen Karriere inspirierte.

Wie man nach Hause kommt – ob im Rampenlicht oder still und heimlich – ist ein wahrer Indikator für den Erfolg eines Turniers. Früher war der Frankfurter Römer der Ort, an dem man sich dem Publikum präsentierte. Es musste nicht immer der Titel sein: 2002 wurde die Vizeweltmeisterschaft gefeiert – und „ein Rudi Völler“. Ab 2006 übernahm das Brandenburger Tor diese Rolle; bei einem dritten Platz war das in Ordnung. 2008 trat das Team erneut dort auf, schämte sich jedoch anschließend, da der zweite Platz bei der EM nicht mehr den Ansprüchen genügte. Die WM-Feier 2014 in Berlin bleibt bis heute der letzte große Empfang.

In der Regel endet ein Turnier, auch dieses, abseits des Rampenlichts. Fußballer wissen, wie sie sich mit Sonnenbrillen, Kappen und Marken abseits von Adidas-Sportbekleidung anonymisieren können. An deutschen Zielflughäfen gibt es Hinterausgänge, die an Stadien erinnern, um möglichem Unmut von Fans zu entgehen. Einige nutzen auch die Gelegenheit, ihren Urlaub dort zu verlängern, wo sie bereits sind. Das war so in Katar und ist nun auch in den USA der Fall. So werden sie unwiderruflich zu WM-Touristen.

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