Rummenigge über das Champions-League-Finale: Lehren für Bayern
Karl-Heinz Rummenigge verfolgte das Champions-League-Finale zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Arsenal in Budapest. Der Aufsichtsrat des FC Bayern hat aus diesem Spiel klare Erkenntnisse für den eigenen Klub gewonnen.
München – Paris Saint-Germain bleibt das Maß aller Dinge. Die Mannschaft von Trainer Luis Enrique setzte sich am Samstag in Budapest im Elfmeterschießen mit 4:3 (1:1) gegen den FC Arsenal durch und verteidigte ihren Champions-League-Titel. Unter den 61.035 Zuschauern in der Puskas Arena war auch Karl-Heinz Rummenigge, der langjährige Vorstandsvorsitzende des FC Bayern.
Der 70-Jährige, der seit April 2025 als UEFA-Ehrenmitglied auf Lebenszeit gilt, nahm auf Einladung von Aleksander Ceferin, dem Präsidenten der Europäischen Fußball-Union, auf der Ehrentribüne Platz. Sein Fazit: Schöner Fußball kann auch der erfolgreichste sein.
„Paris Saint-Germain ist am Ende der verdiente Sieger, weil sie den attraktivsten Fußball dieser Königsklassen-Saison gespielt haben – zusammen mit dem FC Bayern. Fußball ist ein Spiel, und es soll Spaß machen und Freude verbreiten. Das hat PSG getan“, analysierte Rummenigge in einem Gespräch mit Absolut Bayern. „Arsenal hat die große Chance verpasst, als in der zweiten Hälfte der Verlängerung viele Stars von PSG nicht mehr auf dem Platz standen. In dieser Phase hätte Arsenal offensiver agieren müssen, da haben sie letztendlich das Spiel verloren.“
Arsenal war jedoch vor allem über die Entscheidung des deutschen Schiedsrichters Daniel Siebert verärgert. In der 103. Minute wurde den Londonern ein Elfmeter verwehrt, nachdem es zu einem Zweikampf zwischen Noni Madueke und PSG-Verteidiger Nuno Mendes kam. Siebert entschied sich gegen den Pfiff, was den Unmut des FC Arsenal auf sich zog. Rummenigge konnte diese Entscheidung nicht nachvollziehen.
„Der beste Mann auf dem Platz war der deutsche Schiedsrichter Daniel Siebert“, stellte er klar und begründete seine Meinung: „Er hat die Partie konzentriert, präsent und mit klarer Linie geleitet. Seine Entscheidungen waren alle richtig – selbst als Arsenal wegen des nicht gegebenen Elfmeters heftig protestierte, behielt er den Überblick und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Er hatte das Spiel immer voll im Griff, was auf diesem Niveau keine Selbstverständlichkeit ist.“
Erst nach 120 Minuten konnte ein Sieger ermittelt werden. Ein Elfmeterschießen sei „immer eine Lotterie“, so Rummenigge: „Die Arsenal-Spieler hätten letztendlich nur das Tor treffen müssen, denn der PSG-Torwart wirkte angeschlagen.“ Keeper Matvei Safonov musste bereits nach 26 Minuten nach einem Zusammenprall am Kopf behandelt werden. Zudem war Safonov in dieser Saison nicht immer sicher, was Rummenigge ebenfalls anmerkte.
Im Halbfinale gegen den FC Bayern zeigte Safonov ebenfalls Unsicherheiten, dennoch konnte sich Paris knapp durchsetzen (5:4, 1:1). Dies wirft die Frage auf: Was kann der FC Bayern von PSG für die Henkelpott-Mission in der kommenden Saison lernen?
„Die Lehre für den FC Bayern ist nicht, dass man den teuersten Transfermarkt bedienen muss, sondern den klügsten. PSG war erst richtig erfolgreich, als sie vom teuren Starensemble zu einer echten Mannschaft wurden. Man muss sich auch nicht ständig an bestimmten Engländern oder Spaniern orientieren“, betonte Rummenigge. „Wir haben einen hervorragenden Trainer, eine klare sportliche Idee, und sollten diesen Weg mit Vincent Kompany konsequent weitergehen.“
Interessant ist, dass der FC Bayern selbst rund um das Finale noch immer ein Gesprächsthema war. Rummenigge sagte: „Das beste und attraktivste Spiel dieser Champions-League-Saison war für mich definitiv unser 5:4 im Halbfinale in Paris – das war Fußball in seiner schönsten Form, und das haben mir auch in Budapest viele bestätigt.“ Von der portugiesischen Legende Luis Figo, Rummenigges Sitznachbar, bis hin zum UEFA-Präsidenten. „Dieses Spiel hat gezeigt, was in unserer Mannschaft steckt, und darauf müssen wir mit unserem Coach konsequent aufbauen“, so Rummenigge, der beim kommenden Champions-League-Finale 2027 in Madrid als Tribünengast wieder mit dem FC Bayern mitfiebern möchte.