Sandro Wagner beendet Trainerengagement beim FC Augsburg

Sandro Wagner beendet Trainerengagement beim FC Augsburg

Sandro Wagner ist nicht länger Trainer des FC Augsburg. Das Projekt gilt als gescheitert, wobei eine umstrittene Äußerung über den FC Bayern zu den Schwierigkeiten beigetragen hat.

In Augsburg hatte Wagner lediglich 14 Pflichtspiele unter seiner Leitung, in denen er vier Siege, ein Unentschieden und neun Niederlagen erreichte. Diese Bilanz führte letztendlich zur Beendigung seines Trainerengagements.

Nach der enttäuschenden 0:3-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim trennten sich Wagner und der FC Augsburg im gegenseitigen Einvernehmen. Michael Ströll, Geschäftsführer des FCA, erklärte im Sport1-Doppelpass, dass man festgestellt habe, dass „die Überzeugung auf beiden Seiten ein wenig bröckelt“.

Positiv hervorzuheben sei Wagners selbstkritische Haltung und seine Bereitschaft, „das ein oder andere zu hinterfragen“. Die Zusammenarbeit habe sich bis zum Schluss als „gute Beziehung“ erwiesen. Aufgrund der aufkommenden Zweifel habe man jedoch „eine konsequente Entscheidung getroffen“ und die Zusammenarbeit beendet.

Im Doppelpass wurden zwei zentrale Problemfelder deutlich: Wagners Umgang mit den Medien und sein taktisches Konzept, das er als ehemaliger Assistenztrainer von Julian Nagelsmann entwickelte.

Stefan Effenberg kritisierte Wagners Ansatz als grundlegende Fehleinschätzung: „Er wollte die Spielphilosophie attraktiver, schöner und offensiver gestalten. Das ist jedoch nach hinten losgegangen, da die DNA von Augsburg eher darauf abzielt, stabil in der Defensive zu stehen.“

Wagner habe versucht, „genau das Gegenteil“ der bewährten Spielweise zu etablieren. Dieser radikale Wandel sei „zu krass und zu groß in Anbetracht der Qualität der Spieler“ gewesen. Besonders problematisch war Wagners ungeschickter Umgang mit der Öffentlichkeit. Seine umstrittene Aussage, dass die Augsburger „keinesfalls weniger Qualität als die Bayern“ hätten, wurde intensiv diskutiert.

Sky-Reporter Torben Hoffmann sah diese Äußerung als Folge mangelnder Trainererfahrung: „Das war eine Aussage, die ihm danach auch medial schadet.“ Obwohl er Wagner als „sensiblen Mann“ und „große Erscheinung voller Selbstvertrauen“ beschrieb, sei dies „sicher eine Aussage, die er sich hätte sparen müssen.“

RTL-Sportreporter Felix Görner betrachtete die Aussage, die Wagner Ende August nach der Niederlage gegen Bayern machte, als einen nachhaltigen Reputationsschaden. Obwohl Wagner seine Äußerung relativiert hatte, sei es schwierig gewesen, die Glaubwürdigkeit wiederherzustellen.

Ströll verteidigte Wagner teilweise und erläuterte den Kontext: „Er wurde nach einer guten Leistung unserer Mannschaft angesprochen und wollte die Mannschaft verteidigen.“ Das Ergebnis sei jedoch „natürlich nicht glücklich gewesen“ und der Verein habe schnell gemerkt, dass dies noch Wochen in den Medien thematisiert werden würde.

Wagner selbst ist sich seiner Fehler bewusst und lernbereit. „Natürlich würde er das ein oder andere anders machen, wenn er die Situation zurückdrehen könnte“, so Ströll. Wie es für Wagner nun weitergeht, bleibt abzuwarten; eine Rückkehr zum DFB ist jedoch ausgeschlossen.

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