Schalke 04 feiert Sieg in Hannover, Fans kritisieren Choreoverbot
Gelsenkirchen – Der FC Schalke 04 feierte einen klaren 3:0-Sieg gegen Hannover 96 und übernahm damit die Tabellenspitze. Jedoch sorgte ein verhängtes Choreoverbot für Unmut unter den Fans, die lautstark ihren Unmut darüber äußerten. Trotz des überzeugenden sportlichen Ergebnisses stand das Auswärtsspiel am Freitagabend auch im Zeichen eines Konflikts zwischen den Schalker Anhängern und den Behörden.
Rund 10.000 Fans begleiteten die Königsblauen in die Heinz-von-Heiden-Arena und verwandelten das Stadion zeitweise in eine blaue Wand. Eine geplante Choreografie, die in den vergangenen Jahren für Aufsehen gesorgt hatte, musste jedoch ausfallen, da die Ultras Gelsenkirchen angaben, dass die Aktion von den örtlichen Behörden und Hannover 96 untersagt wurde.
Im Oberrang des Gästeblocks machten die Schalke-Anhänger ihrem Ärger mit einem Banner Luft, auf dem in großen Buchstaben stand: „Neues Ticketsystem und Choreoverbot – so viel Angst vor der Schalke-Invasion?“ Damit spielten sie nicht nur auf das Verbot an, sondern auch auf die erschwerten Ticketbedingungen, die offenbar verhindern sollten, dass erneut Tausende S04-Fans große Teile des Stadions füllen.
Trotz der Einschränkungen sorgten die mitgereisten Schalker für lautstarke Unterstützung und feierten den deutlichen Auswärtssieg. Moussa Sylla brachte die Gäste mit einem frühen Doppelpack (3., 14. Minute) auf die Siegerstraße, bevor Christian Gomis kurz vor Schluss den Endstand markierte (85.).
Für zusätzliche Kuriosität sorgte die Stadionregie: Nach einem knapp vorbeigeschossenen Ball von Hannovers Mustapha Bundu ertönte versehentlich die Torhymne der Gastgeber, was die Schalker Fans dazu nutzten, die Melodie lautstark mitzusingen und die Hausherren humorvoll zu verhöhnen.
Während sich die Mannschaft über die Tabellenführung freute, blieb bei den Ultras ein fader Beigeschmack. Die Kritik am Choreoverbot zeigt einmal mehr, dass der Umgang mit großen Auswärtsfanmengen – besonders bei Vereinen mit einer reisefreudigen Anhängerschaft wie Schalke – ein sensibles Thema bleibt.