Schalke 04: Personalprobleme und Transferbedarf nach Pokal-Niederlage
Gelsenkirchen – Die jüngsten Niederlagen in Darmstadt im Pokal und in Karlsruhe in der Liga haben die angespannten Personalsituation bei Schalke 04 deutlich aufgezeigt.
Trainer Miron Muslic konnte die zahlreichen Ausfälle nicht ohne Qualitätsverlust kompensieren. Besonders junge Spieler wie Mertcan Ayhan und Vitalie Becker sind noch nicht in der Lage, konstant auf höchstem Niveau zu spielen. Becker benötigte in Darmstadt immer wieder schöpferische Pausen. In den letzten Wochen war eine gezielte Belastungssteuerung kaum möglich, was dazu führte, dass aus Mangel an Alternativen ein bereits aussortierter Spieler wie Amin Younes in der Startelf landete.
Obwohl das Ausscheiden im Pokal in der zweiten Runde Schalke die Chance auf zusätzliche Einnahmen gekostet hat, besteht aller Wahrscheinlichkeit nach die Möglichkeit, im kommenden Winter-Transfermarkt aktiv zu werden. Der Bedarf ist definitiv vorhanden, wobei laut der „Bild“ insbesondere drei Positionen als besonders problematisch angesehen werden.
Auf der linken Abwehrseite fehlt eine gleichwertige Alternative zu Youngster Becker. Anton Donkor spielt in den Planungen praktisch keine Rolle mehr und gilt als Wechselkandidat. Sein Abgang würde den Spielraum für winterliche Nachbesserungen erhöhen.
Im zentralen Mittelfeld zeigen Ron Schallenberg und Soufiane El-Faouzi gute Leistungen, jedoch klafft hinter ihnen eine leistungstechnische Lücke zu Janik Bachmann, Max Grüger und Mauro Zalazar, die zwar vereinzelt Leistungen abrufen können, jedoch kaum über längere Zeit hinweg adäquat einspringen können.
Ein großes Fragezeichen steht zudem hinter dem Angriff. Moussa Sylla könnte bei einem passenden Angebot im Januar freigegeben werden und müsste dann zwingend ersetzt werden. Selbst wenn der Torjäger bleibt, würde dem Kader ein weiterer Mittelstürmer von Format guttun.
Insbesondere wenn die Aufstiegschancen Ende Januar noch ähnlich groß erscheinen wie derzeit, dürften die Schalker Verantwortlichen um Sportvorstand Frank Baumann bereit sein, etwas tiefer in die Tasche zu greifen.