Schalke-Trainer Miron Muslic teilt seine bewegte Geschichte
Vor dem Gastspiel in Braunschweig gewährt Schalke-Trainer Miron Muslic einen tiefen Einblick in seine bewegte Vergangenheit.
Gelsenkirchen – Am Sonntagnachmittag (13:30 Uhr) tritt der Herbstmeister FC Schalke 04 unter der Leitung von Trainer Miron Muslic gegen den Tabellenfünfzehnten Eintracht Braunschweig an. Dies markiert den Abschluss eines besonderen ersten Halbjahres für den S04 und seinen erfolgreichen Coach. Muslic hat Schalke zu einem der Hauptanwärter auf den Aufstieg gemacht.
Die Fans schätzen den 43-Jährigen nicht nur wegen seiner sportlichen Erfolge, sondern auch aufgrund seiner Zugänglichkeit, Offenheit und seines Charmes. Muslic stellt sich als Glücksgriff für die Königsblauen heraus und hat sich in Deutschland einen Namen gemacht. In einem Interview mit dem Pay-TV-Sender Sky teilte Muslic seine Geschichte und gab Einblicke in seine bewegte Kindheit.
Im Gespräch mit Sky-Reporter Riccardo Basile sitzt Miron Muslic in der Schalker Kabine und erzählt für die Sendung „Meine Geschichte“. Im Jahr 1992 musste Muslic im Alter von neun Jahren mit seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester aufgrund des Bosnienkriegs aus seiner Heimatstadt Bihac fliehen.
Die Familie fand Zuflucht in Österreich, wo Muslic in Tirol aufwuchs. „Du bist Flüchtling und hast das Minimum. Ich werde das nie vergessen: Unser Zimmer im Hotel Pfandler war nicht viel größer als der Raum, in dem wir jetzt sitzen. In diesem Zimmer hatten wir ein Bett, einen Schrank und ein Waschbecken“, beschreibt Muslic die damaligen Lebensbedingungen.
Er fügt hinzu: „Wir mussten die Toilette mit sehr vielen anderen Menschen teilen. Wenn meine Schwester und ich auf die Toilette mussten, musste meine Mama vorher sauber machen. Auch beim Baden war es ähnlich.“ Muslic berichtet, dass seine Eltern abwechselnd auf dem Boden schlafen mussten, „weil es einfach keinen Platz gab“.
„Da merkt man den Unterschied zwischen der Idylle zu Hause mit einem eigenen Haus, Garten und Freiheit. Dinge, die für uns selbstverständlich sind, wie ein eigenes Bett, eine eigene Küche und ein eigenes Bad, waren plötzlich nicht mehr vorhanden“, reflektiert der Schalke-Trainer. Diese Erfahrungen haben ihn geprägt und sind sicherlich ein Grund dafür, warum er den Teamgeist bei S04 so gut verkörpert.
Am 17. Spieltag geht es für Muslic mit Schalke 04 weiter. In Braunschweig streben die Gelsenkirchener ihren 13. Saisonsieg an, um die Tabellenführung auszubauen. Mit einem Sieg könnte der S04 bereits die 40-Punkte-Marke erreichen. In der Rückrunde werden Muslic und sein Team hinter verschlossenen Türen den Aufstieg als Ziel ausgeben. Auch von einem Schalker Spieler gab es emotionale Einblicke.