Spanien krönt sich zum Weltmeister 2026 nach Sieg über Argentinien
Ohne eine einzige Niederlage und nur einem Gegentor bis zum Endspiel hat Spanien das Turnier dominiert und schließlich Argentinien besiegt. Dies ist ein Kommentar zu Spaniens triumphalem Pokalgewinn.
New York – Am Sonntag hat der Fußball-Weltverband im New York New Jersey Stadium eine pompöse Inszenierung auf die Spitze getrieben, die jedoch durch zahlreiche organisatorische Mängel in East Rutherford getrübt wurde. Am Ende brachte die gefühlt endlose WM 2026 einen verdienten Weltmeister hervor: Spanien gewann das Endspiel gegen Argentinien mit 1:0 nach Verlängerung.
Wie schon vor 16 Jahren in Südafrika setzte Spanien die spielerischen Maßstäbe, und daher gibt es keinen Grund, den Freudentaumel in Madrid und anderswo zu schmälern. Der Stil des Spiels war klar erkennbar, und die Verantwortung dafür liegt beim Trainer. Luis de la Fuente ist das Gegenteil eines Entertainers; er punktet nicht mit witzigen Sprüchen oder übertriebenen Leitsätzen.
Der 65-Jährige braucht das nicht. Er hat sich intensiv mit der Verbandslehre beschäftigt und viele Nationalspieler in ihren jungen Jahren geprägt. Das schafft Vertrauen, Achtung und Respekt. Anders als Julian Nagelsmann strebt er nicht nach persönlicher Anerkennung, sondern nach gemeinsamem Erfolg mit einer Mannschaft, die diese verlässliche Stütze schätzt.
Der Gewinn der Nations League 2023 und der Titel bei der Europameisterschaft 2024 unter seiner Leitung sind Belege für seinen Erfolg. Der Gewinn der Weltmeisterschaft 2026 ist das Resultat exzellenter Trainerarbeit, und die enge Freundschaft zu Kollege Lionel Scaloni, der einst bei ihm lernte, ist eine zusätzliche Facette dieser Beziehung.
Der respektvolle Umgang zwischen den beiden war auch während des abgehobenen Vorlaufs des Finals zu spüren, der mit einem Helikopterflug zur Pressekonferenz am Hudson River verbunden war. Der Spielstil Spaniens hat sich seit der EM in Deutschland weiterentwickelt und ist weniger abhängig von individueller Klasse. Während Lamine Yamal und Nico Williams damals glänzten, hat sich das Team von dieser Abhängigkeit gelöst.
Ein wesentlicher Unterschied zum unterlegenen Argentinien, das fast ausschließlich auf Lionel Messi setzte. Bei „La Furia Roja“ ist die Ballzirkulation längst kein Selbstzweck mehr. Geduldig wird nach vorne kombiniert, bis sich eine Lücke auftut. Nach hinten bilden die Iberer ein Spinnennetz, um sich mit fairen Mitteln den Ball zurückzuerobern.
Der spanische Verzicht auf taktische oder unschöne Fouls hebt sich deutlich von dem Vorgehen Argentiniens ab. Daher gab es in East Rutherford einen Sieger, der den ästhetischen Anspruch einer übergroßen Weltmeisterschaft am besten verkörperte. Herzlichen Glückwunsch, Spanien.