Spieler nach Borussia Dortmund: Herausforderungen in der Premier League

Spieler nach Borussia Dortmund: Herausforderungen in der Premier League

Viele Spieler haben Schwierigkeiten, nachdem sie Borussia Dortmund verlassen haben. In England gibt es jedoch einen anderen Ansatz – oder handelt es sich nur um einen vorübergehenden Trend?

Dortmund – Jamie Gittens wollte den großen Sprung wagen. Chelsea überweist bis zu 65 Millionen Euro für den 20-Jährigen an den BVB. Doch der Start verlief ernüchternd: Der Engländer stand nur zweimal in der Premier League in der Startelf und wurde beide Male vor der 60. Minute ausgewechselt. In den sozialen Medien wird Gittens bereits verspottet und als Mitglied des „007-Clubs“ bezeichnet.

Dies ist eine Anspielung auf Offensivspieler, die in den ersten sieben Partien ohne Scorerpunkte geblieben sind. Ähnliches gilt für andere Spieler, die Dortmund verlassen haben. Sébastien Haller hat in Utrecht noch kein Saisontor erzielt, Youssoufa Moukoko kann in Kopenhagen nicht überzeugen, und Giovanni Reyna befindet sich mit Gladbach im freien Fall. Einer, der sich bereits im Winter verabschiedet hat, hofft nun auf seinen Durchbruch: Donyell Malen.

Der Niederländer galt beim BVB oft als frustrierender Spieler: Sein Potenzial ist unbestritten, aber die Konstanz ist ein dauerhaftes Problem. Zu oft blieb er hinter seinen Möglichkeiten zurück. Für 25 Millionen Euro plus Boni wechselte Malen im Januar zu Aston Villa und hatte zunächst Schwierigkeiten. Er wurde nicht für die Champions League berücksichtigt und kam meist als Joker zum Einsatz.

Auch in der neuen Saison schien er keine große Rolle zu spielen, bis zum vergangenen Wochenende: Beim 3:1-Sieg gegen Burnley erzielte Malen zwei Tore und zeigte endlich das, wofür Villa so viel Geld bezahlt hat. Laut dem Portal The Athletic war der Angreifer ein langfristiges Projekt des Vereins aus Birmingham, der sich erst im dritten Transferversuch mit dem BVB einig wurde.

Inzwischen hat sich beim Traditionsklub eine Art BVB-Enklave gebildet. Neben Malen spielt auch sein Landsmann Ian Maatsen dort, und im Sommer kam Jadon Sancho hinzu. Hätten die drei Spieler in Dortmund die gleichen Leistungen gezeigt, wäre Malen sicherlich nicht der erste Anwärter auf einen Durchbruch in der Premier League.

Doch genau darauf hofft Villa unter Trainer Unai Emery, der Malen die Rolle des hängenden Stürmers freigeschaufelt hat. Ex-BVB-Leihgabe Maatsen ist hingegen hinter Routinier Lucas Digne auf der linken Seite die zweite Wahl, während Sancho noch Fitnessrückstand aufholen muss und bisher nur eine Teilzeitrolle spielt.

Allerdings bleibt bei Malen eine gewisse Skepsis. Schließlich weiß man in Dortmund, dass es dem niederländischen Nationalspieler nicht an einzelnen Leistungsexplosionen mangelt, sondern daran, diese über längere Zeiträume aufrechtzuerhalten, ohne eklatante Rückschritte.

„Es war nur gegen Burnley, wahrscheinlich das schlechteste Team der Premier League“, sagt ein Villa-Experte gegenüber Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports. „Abgesehen von zwei oder drei Spielen war Malen bisher völlig unbrauchbar“, lautet sein hartes Urteil. Ob ein Doppelpack eine Wende einleitet, bleibt fraglich.

In jedem Fall können neben Gittens auch Malen ein Sprichwort bestätigen: Das Gras ist nicht immer grüner auf der anderen Seite. Wer den BVB verlässt, findet oft nicht das große Glück. Ausnahmen bestätigen die Regel. Selbst Ballon d'Or-Gewinner Ousmane Dembélé benötigte viele Jahre, nachdem er Dortmund verlassen hatte.

Topics

Related news