Stefan Ruthenbeck über die Ausbildung talentierter Fußballer
Stefan Ruthenbeck, der Talentförderer des 1. FC Köln, schwärmt von Said El Mala, den er erstmals bei einem Heimspiel im Franz-Kremer-Stadion gegen die U19 von Viktoria beobachtete.
Köln – Ruthenbeck erkannte sofort, dass El Mala ein außergewöhnlicher Spieler ist. „Gegen ihn zu spielen, war eine große Herausforderung, weil er einfach etwas ganz Besonderes war“, erklärt er im Gespräch mit EXPRESS.de. „Besonders“, weil El Mala den typischen Straßenfußballer verkörpert – eine Art Spieler, die in Deutschland immer seltener wird. Das Problem dabei ist, dass diese Talente nicht mehr richtig gefördert werden, da die Ausbildung zunehmend in einem engen, taktischen Rahmen stattfindet, der kaum Raum für Kreativität lässt.
Um in Zukunft mehr kreative Spieler beim DFB und in der Bundesliga zu sehen, muss sich dies jedoch ändern. „Mit Hannes Wolf haben wir beim DFB jemanden, der eine neue Trainingsmethodik entwickelt hat. Wir müssen im Jugendbereich weg vom 11 gegen 11. Die Kinder müssen spielen dürfen, auch unabhängig von isolierten Übungsformen. Sie müssen in jeder Trainingseinheit kicken“, betont Ruthenbeck.
Er fügt hinzu: „Die Kinder brauchen visuelles Feedback. In der heutigen Zeit, geprägt von Handys, PlayStation und Xbox, sind sie visuell sehr stark ausgeprägt. Dies hat die Ausbildung grundlegend verändert. Man zeigt ihnen Videos von ihren eigenen Leistungen und analysiert diese. Dann lässt man sie selbst aktiv werden. Das hat für Kinder einen hohen Stellenwert, da es ihrem Alltag entspricht.“
Der Coach weiß, wovon er spricht: Trotz gravierender struktureller Herausforderungen hat er den FC in den letzten zwei Jahren zu zwei bedeutenden Titeln in der Nachwuchsarbeit geführt. 2023 gewann er mit der A-Jugend den DFB-Pokal, und 2025 feierte er mit der U19 die Deutsche Meisterschaft.
Er kennt die notwendigen Fähigkeiten, die junge Spieler benötigen, um es bis ganz nach oben zu schaffen. Dazu gehört – trotz aller taktischen Anforderungen – auch eine gewisse Unbekümmertheit. Dies soll beim FC wieder stärker in den Fokus rücken, damit es künftig mehr Spieler wie El Mala gibt.
„Ich bin überzeugt, dass man solche Talente ausbilden kann. Kinder müssen das Fußballspielen intuitiv lernen. Als Trainer hat man die Aufgabe, ihnen schrittweise weitere Optionen und Lösungen zu präsentieren. Solche Strukturen führen dazu, dass kreative Spieler heranwachsen“, sagt Ruthenbeck. (Der Originalbeitrag stammt von express.de und ist hier zu lesen.)