SV Werder Bremen tritt gegen VfB Stuttgart an

SV Werder Bremen tritt gegen VfB Stuttgart an

Der SV Werder Bremen tritt am Sonntag um 15:30 Uhr beim VfB Stuttgart an. Hier ist der Vorbericht zum Bundesliga-Spiel.

Bremen – Am Donnerstagabend wurde es spät im Stadion des VfB Stuttgart, und auch auf dem Sofa von Daniel Thioune, dem Trainer des SV Werder Bremen, ging die Zeit rasch vorüber. „Das wurde ja fast schon zur Nachtschicht“, bemerkte er am folgenden Tag, nachdem er das DFB-Pokalhalbfinale zwischen den Stuttgartern und dem SC Freiburg in voller Länge verfolgt hatte, einschließlich des Last-Minute-Siegtors der Stuttgarter in der 119. Minute. Für Thioune war es nicht nur ein unterhaltsamer Fernsehabend, sondern auch eine wertvolle Gelegenheit, den kommenden Gegner seines Teams kurz vor dem direkten Duell zwischen Werder und Stuttgart zu beobachten. „Alle in Stuttgart werden nach dem Finaleinzug sehr euphorisch sein“, vermutet der 51-Jährige, der sein Team jedoch ebenfalls gut vorbereitet sieht: „Wir kommen ja auch nicht aus der schlechtesten Situation und wollen den Derbysieg als Motivation nutzen.“

Der 3:1-Sieg gegen den Erzrivalen HSV hat den SV Werder Bremen durch die Woche getragen. Vor einer fantastischen Kulisse gelang der Sieg zwar nicht mit fußballerischem Glanz, aber dafür mit viel Leidenschaft und sehenswerten Toren. Diese positive Stimmung wirkt als dringend benötigte Aufmunterung im Abstiegskampf und hat aus Zweifeln wieder Selbstvertrauen und aus Angst Zuversicht entstehen lassen, auch wenn die Situation weiterhin angespannt bleibt. „Wir sind noch nicht am Ziel angekommen und gehen weiterhin sachlich und ernsthaft mit unserer Lage um“, versichert Daniel Thioune, der sich bewusst ist, dass Werder nicht als Favorit nach Stuttgart reist. Als Tabellenvierter stellt die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß hinter dem Meister FC Bayern München die zweitbeste Offensive der Bundesliga und ist zudem das drittstärkste Heimteam. Nur Bayern und Dortmund konnten bisher beim VfB Stuttgart gewinnen – und jetzt Werder? Ein Sieg wäre ohne Zweifel eine große Überraschung, an der Thioune mit seinen Spielern arbeiten möchte.

„Wir brauchen wieder die Energie aus dem Derby“, betont der Chefcoach. Dies versteht er nicht nur als Wunsch, sondern als „Erwartungshaltung“ an seine Spieler. Er sieht die Tatsache, dass Werder Bremen vor dem Aufeinandertreffen sieben Tage Zeit zur Regeneration hatte, während die Stuttgarter aufgrund des Pokalspiels gegen Freiburg nur zwei Tage Zeit hatten, nicht als Vorteil. „Das Pokalspiel hat sie sicher einige Kräfte gekostet“, sagt Daniel Thioune, betont jedoch gleichzeitig: „Eine europäisch aufgestellte Mannschaft hat eine große Tiefe im Kader, sodass wir ausgeruhte und hochmotivierte Stuttgarter erwarten.“ Wichtiger Zusatz: „Das erwarte ich aber auch von uns.“ Im Hinspiel hatte Werder gegen den VfB Stuttgart nicht gut abgeschnitten. Mitte Dezember verlor man mit 0:4, was Teil einer besorgniserregenden Bilanz gegen die Top-Fünf-Teams ist: In sieben bisherigen Duellen gab es keinen einzigen Punkt, bei einem Torverhältnis von 1:20. Angesichts dieser Statistik klingt Daniel Thiounes Aufruf an sein Team, gegen den VfB Stuttgart zu bestehen, fast wie ein Pfeifen im Walde. Seine Idee für einen möglichen Sieg des SV Werder Bremen lautet: „Es ist wichtig, dass wir widerstandsfähig sind, so wie wir es in den vergangenen Wochen vermehrt waren. Wenn wir zudem eine gewisse Effizienz zeigen, dann wächst mein Glaube, dass wir aus Stuttgart etwas mitnehmen können.“ Nämlich Punkte und damit einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt.

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