Talente bei Borussia Mönchengladbach: Wael Mohya im Fokus

Talente bei Borussia Mönchengladbach: Wael Mohya im Fokus

Borussia Mönchengladbach hat eine Reihe von vielversprechenden Nachwuchstalenten in seinem Kader. Cheftrainer Gerardo Seoane steht in den kommenden Monaten vor einer anspruchsvollen Herausforderung.

Mönchengladbach – Nach dem Gewinn der B-Junioren-Meisterschaft ist ein regelrechter Talente-Boom bei Borussia Mönchengladbach zu beobachten. Auch im Trainingslager am Tegernsee wurde deutlich, über welche Fähigkeiten einige der jungen Spieler verfügen. Besonders im Fokus steht ein vielversprechender Youngster.

Wael Mohya, der im B-Junioren-Finale gegen RB Leipzig ein Tor erzielte und bereits in den ersten Testspielen der Profimannschaft zum Einsatz kam, genießt derzeit den größten Hype. Der offensive Mittelfeldspieler hat trotz seines jungen Alters von 16 Jahren auch bei den erfahrenen Spielern Eindruck hinterlassen, bis ihn eine Innenbandverletzung im Jubiläumsspiel gegen den FC Valencia ausbremste.

Bei Traditionsvereinen stehen Talente besonders im Rampenlicht. Die Fans wünschen sich neue Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, die sich bis in die erste Mannschaft hocharbeiten. Rocco Reitz ist in dieser Hinsicht der wichtigste Kaderspieler neben Tim Kleindienst, und Mohya soll ihm eines Tages nacheifern.

Eine der wichtigsten Aufgaben für das Trainerteam unter Gerardo Seoane ist das Erwartungsmanagement. In der vergangenen Saison sah sich der Schweizer bereits Kritik ausgesetzt, da beim 4:1-Sieg gegen Holstein Kiel in der Hinrunde weder Niklas Swider noch Noah Pesch eingewechselt wurden. Zudem musste Torhüter Tiago Pereira Cardoso im Saisonendspurt auf die Bank, nachdem sich Jonas Omlin von seiner Verletzung erholt hatte.

Die Spekulationen über die Verpflichtung eines neuen Flügelspielers als Backup für Robin Hack nach dem Abgang von Ko Itakura stießen bei einigen Fans auf Unmut. Kritisiert wird, dass dadurch ein potenzieller Platz für Mohya blockiert würde, der im B-Junioren-Finale auf dem linken Flügel spielte.

Sport-Geschäftsführer Roland Virkus wies während des Trainingslagers am Tegernsee jedoch darauf hin, dass der 16-Jährige fußballerisch bereits sehr weit entwickelt sei, aber körperlich noch Nachholbedarf habe. Dies wurde besonders gegen Valencia deutlich, wo die Verteidiger des spanischen Erstligisten Mohya oft an seine Grenzen brachten.

Auch für Noah Pesch, der physisch weiter entwickelt ist als Mohya, kam die Rolle hinter Hack zu früh. Der linke Flügelspieler soll beim 1. FC Magdeburg Spielpraxis im Profibereich sammeln und im kommenden Jahr gestärkt zurückkehren. Daher wählte Seoane als erste Alternative auf der Hack-Position Grant-Leon Ranos, der gegen den FC Brentford sogar von Beginn an spielte.

Würde die Verpflichtung eines weiteren Flügelspielers bedeuten, dass Mohya keine Chance auf sein Profi-Debüt hätte? Das ist nicht der Fall. Wenn der 16-Jährige so weitermacht wie bisher, ist es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis er eingewechselt wird. Vor seiner Verletzung wurde sogar über einen Einsatz im DFB-Pokalspiel gegen Atlas Delmenhorst spekuliert.

Mohya als Einwechseloption Nummer eins auf dem Flügel zu deklarieren, wäre jedoch verfrüht. „Es gibt immer mal das absolute Hypertalent, das vielleicht sofort in der ersten Mannschaft spielen kann“, sagte Virkus am Tegernsee, betonte jedoch zugleich: „Herrenfußball ist anders getaktet, das ist eine andere Hausnummer.“ Selbst Marc-André ter Stegen musste in der U23 erste Schritte machen – einen ähnlichen Weg könnte auch Mohya gehen.

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