Thomas Müller fordert Reformen im deutschen Fußball nach WM-Debakel
Thomas Müller äußert sich nach dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM und dem Rücktritt von Julian Nagelsmann. Er fordert umfassende Veränderungen innerhalb des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).
Der Weltmeister von 2014 betont, dass nach dem erneut enttäuschenden WM-Ergebnis kein Stein auf dem anderen bleiben dürfe. Auf LinkedIn schrieb Müller: „Nach fünf enttäuschenden Turnieren in Folge ist ein Konzept mit neuen, tiefgründigen Denkanstößen gefragt.“
Müller fordert ein „Anpacken“ und hat bereits den richtigen Ansatz identifiziert: „Es braucht eine konsequente und moderne Spielerausbildung, die der zukünftigen Spielidee Rechnung trägt.“ Damit unterstützt er die Ansichten von Oliver Kahn, Bastian Schweinsteiger und anderen ehemaligen Nationalspielern sowie TV-Experten.
Vier Tage nach dem blamablen Ausscheiden im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (4:5 nach Elfmeterschießen) trat Julian Nagelsmann als Bundestrainer zurück. Auch Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig hat seinen Rücktritt zum Jahresende angekündigt. Dies deutet auf einen großen Umbruch innerhalb des DFB hin, der durch die mögliche Verpflichtung von Jürgen Klopp weiter vorangetrieben werden könnte. Der Erfolgscoach hat bereits sein grundsätzliches Interesse signalisiert, wie der DFB bestätigte.
In seinem Beitrag ging Müller nicht konkret auf die Personalien Nagelsmann und Klopp ein. Er forderte jedoch Verantwortungsbewusstsein, Fachwissen und den Mut, die notwendigen Veränderungen einzuleiten, um in Zukunft wieder auf der großen Fußballbühne erfolgreich zu sein. Der ehemalige Bayern-Star, der seine Karriere bei den Vancouver Whitecaps in der MLS ausklingen lässt, ist derzeit gemeinsam mit Klopp als WM-Experte für MagentaTV tätig.
Obwohl er Deutschland nicht zu den Favoriten bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko zählte, war ihm der Schock nach dem Aus gegen Paraguay deutlich anzusehen. Ein zentrales Problem, das sich durch das gesamte Turnier zog, war laut Müller die Qualität im DFB-Team. „Wenn der ‚deutsche Motor‘ als Team nicht rund läuft, fehlt uns einfach die individuelle Weltklasse, um das kompensieren zu können“, so Müller.
Im Gegensatz zu anderen Nationen, in denen Spieler wie Kylian Mbappe, Harry Kane, Erling Haaland oder Lionel Messi den Unterschied ausmachten, fehlte Deutschland der Einfluss von Talenten wie Jamal Musiala, Florian Wirtz oder Kai Havertz. „Ist bei allen das ehrliche Bewusstsein vorhanden, dass uns die Weltspitze enteilt ist?“ fragte Müller abschließend und stellte fest: „Wir wollen, aber können nicht.“