Timo Werner: Ein Karriereweg am Scheideweg

Timo Werner: Ein Karriereweg am Scheideweg

In der Jugendnationalmannschaft des DFB schien der Weg für Timo Werner bereits vorgezeichnet. Heute steht er jedoch an einem entscheidenden Punkt seiner Karriere.

Leipzig/Frankfurt – Timo Werner, ein Name, der einst für die Hoffnungen des deutschen Fußballs stand, hat eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen: 54 A-Länderspiele, Champions-League-Sieger und das Wunderkind einer ganzen Generation. Dennoch ist sein letzter Auftritt im DFB-Dress bereits einige Jahre her. Am 28. März 2023 fand dieser statt, und seitdem bleibt es still um ihn. Ob ein weiteres Kapitel in Schwarz-Rot-Gold folgen wird, ist mehr als fraglich.

Werner war einst das Maß aller Dinge im deutschen Nachwuchsfußball. Aaron Seydel, der mit ihm in der Jugendnationalmannschaft spielte, erinnert sich: „Bei Timo Werner hat man das sehr früh gesehen. Schon mit 14 oder 15 Jahren, eigentlich sogar noch früher, war er immer der beste Spieler und Torschütze. Das war wirklich offensichtlich, weshalb er auch sehr früh Profi wurde“, berichtet Seydel im Gespräch mit Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports.

Während Seydel nie den Sprung in die A-Nationalelf schaffte, schien Werner für Größeres bestimmt zu sein. Sein Weg führte ihn früh zum VfB Stuttgart, 2016 folgte der Wechsel zu RB Leipzig. In den folgenden Jahren wurde er immer wieder mit renommierten Vereinen wie dem FC Bayern in Verbindung gebracht. 2020 gelang ihm dann der große Sprung: Chelsea zahlte 54 Millionen Euro, und Werner krönte seine erste Saison mit dem Champions-League-Triumph – der Gipfel seiner Laufbahn.

Doch was folgte, war ein schleichender Abstieg. In London verwandelte sich der Torjäger in ein Sorgenkind, und die Rückkehr nach Leipzig im Jahr 2022 sollte die Wende bringen – jedoch ohne Erfolg. Eine Leihe zu Tottenham Hotspur blieb ebenfalls erfolglos. Nun, zurück in Leipzig, steht der mittlerweile 29-Jährige an einem entscheidenden Punkt seiner Karriere.

Die Gerüchteküche brodelt bereits: Laut Bild zeigen die San José Earthquakes aus der Major League Soccer konkretes Interesse. Auch Inter Miami, der Glamour-Klub von Lionel Messi, wird als potenzieller Abnehmer gehandelt. Ein Wechsel in die USA wäre wohl das endgültige Eingeständnis, dass die europäische Spitze für Werner der Vergangenheit angehört.

Sein ehemaliger Jugendkollege Seydel hat indes seinen Frieden mit dem Fußball gefunden. Nach mehreren, insbesondere verletzungsbedingten, Rückschlägen zog er sich aus dem Profifußball zurück und spielt nun in Gerard Piqués Kings League – einem Projekt, das seit 2025 auch in Deutschland gestartet ist. Mit dieser Entscheidung ist er im Reinen, und sein Engagement in der innovativen Liga begeistert den Ex-Profi.

Zwei Karrieren, zwei völlig unterschiedliche Wege: Während Seydel in der Kings League eine neue Heimat gefunden hat, kämpft Werner darum, seine Laufbahn erneut auf Vordermann zu bringen. Ob es ihm gelingen wird, bleibt abzuwarten.

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