Tom Krauß glänzt beim 2:1-Sieg des 1. FC Köln gegen Mainz
Hätte eine Kamera nur auf Tom Krauß gerichtet gewesen, könnten die Fans des 1. FC Köln nun ein beeindruckendes Video genießen. Der Mittelfeldspieler lieferte beim 2:1-Sieg über Mainz eine herausragende Leistung ab.
Krauß wurde erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt, nachdem die Kölner Spieler mit Pfiffen in die Kabine geschickt worden waren. In den ersten 45 Minuten lief nichts zusammen und das Team lag mit 0:1 zurück.
Trainer Lukas Kwasniok forderte in der Kabine mehr Leidenschaft und ermutigte die Spieler, mutiger zu agieren: „Den Mutigen gehört die Welt!“ Mit Krauß brachte er den idealen Mann für diese Situation auf das Feld.
Der aus Mainz nach Köln verliehene Spieler war sofort präsent, übernahm Verantwortung und wurde zum emotionalen Anführer. Krauß lief knapp sechs Kilometer, gewann 67 Prozent seiner Zweikämpfe und spielte 23 Pässe, von denen 74 Prozent erfolgreich ankamen.
Seine zahlreichen Aktionen motivierten das Kölner Publikum zusätzlich, das er zu lautstarker Unterstützung aufforderte. Dies führte zu einer beeindruckenden Welle, der Mainz nicht standhalten konnte. Die Frage, warum Kwasniok Krauß erst in der zweiten Halbzeit brachte, ist nachvollziehbar, denn der Spieler kämpft seit Wochen mit Hüftproblemen.
Kwasniok erklärte: „Bis Freitagmittag stand er trotzdem noch in der Startelf. Ich habe mich dann jedoch entschieden, mehr körperliche Größe aufs Feld zu bringen. Ich wollte ihn am Ende des Spiels noch auf dem Platz haben, da ich nicht wusste, ob er das durchhalten kann, nachdem er zuvor bereits zweimal 90 Minuten mit seinen Hüftproblemen gespielt hatte.“
Kwasnioks Plan ging auf: „Ich hatte das Gefühl, dass das Spiel gegen Mainz in der Schlussphase wild werden könnte. Daher wollte ich Krauß auf dem Feld haben und entschied mich gegen einen Startelf-Einsatz. Letztendlich hatte ich das Glück auf unserer Seite.“
Mit Krauß und Doppeltorschütze Ragnar Ache wechselte der Trainer den Sieg ein. Nach dem Schlusspfiff entlud sich Krauß' Freude: Er jubelte in den Himmel, sank auf die Knie und ballte die Fäuste. Auch vor der Südkurve feierte er ausgiebig mit den Fans.
Diese beeindruckende Vorstellung von Krauß ist zudem ein wichtiger Schritt in Richtung seines langfristigen Verbleibs beim FC: Bei einem Klassenerhalt greift eine im Leihvertrag mit Mainz verankerte Kaufpflicht über 3,5 Millionen Euro.
Kwasniok zeigte sich stolz auf seinen Mittelfeldmotor und freute sich über dessen erste erfolgreiche Stadion-Schlacht in Köln: „In der zweiten Halbzeit war er definitiv der Gamechanger. Man muss sich nur seine Emotionen nach dem Spiel anschauen. Es gibt hier Spieler, die schon einige Schlachten im Kölner Stadion geschlagen haben, er jedoch nicht so viele. Er war sehr aufgewühlt, weil er spürte, dass es ein großartiger Moment für ihn, für uns als Mannschaft und für den gesamten Verein war. Es ist fantastisch, dass er diese Energie ins Rhein-Energie-Stadion bringt.“