Traditionsduell: Spieler mit Verbindungen zwischen Werder Bremen und VfB Stuttgart

Traditionsduell: Spieler mit Verbindungen zwischen Werder Bremen und VfB Stuttgart

Eine Vielzahl prominenter Spieler hat sowohl für den SV Werder Bremen als auch für den VfB Stuttgart gespielt. Hier werfen wir einen Blick auf einige der bekanntesten Beispiele.

Bremen – Von Mats Andresen. Wenn am Sonntag um 15:30 Uhr (DeichStube-Liveticker) das Duell zwischen dem VfB Stuttgart und dem SV Werder Bremen angepfiffen wird, steht eines der großen Traditionsspiele der Fußball-Bundesliga auf dem Programm. Bereits zum 114. Mal treffen beide Vereine in der höchsten Spielklasse aufeinander. Doch auch abseits der direkten Begegnungen gibt es zwischen dem SVW und dem VfB interessante Verbindungen, insbesondere in Bezug auf Spieler, die für beide Clubs aktiv waren. Die DeichStube stellt einige dieser Spieler vor.

Deniz Undav: Der heutige A-Nationalspieler wurde im Nachwuchsbereich des SV Werder Bremen nach der U16 aussortiert mit der harten Begründung: „Zu klein und zu dick“. Diese Einschätzung hat Undav in einem Interview mit der DeichStube geteilt. Dennoch hat dies seiner Karriere nicht geschadet; im Gegenteil, sein Weg führte ihn über Umwege bis an die Spitze. Nach starken Leistungen beim belgischen Erstligisten Union St. Gilloise wechselte er zu Brighton & Hove Albion in die Premier League, bevor er 2023 zum VfB Stuttgart ging, der ihn nach einem Jahr als Leihspieler für knapp 27 Millionen Euro verpflichtete. Im März 2024 feierte Undav sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft und hofft nun auf eine Teilnahme an der WM im Sommer.

Nick Woltemade: Der gebürtige Bremer durchlief beim SVW ab der U9 alle Jugendmannschaften. In der Saison 2020/21 feierte er im Alter von 17 Jahren, elf Monaten und 18 Tagen als jüngster Werder-Profi aller Zeiten sein Bundesliga-Debüt unter Trainer Florian Kohfeldt. Doch der große Durchbruch blieb ihm an der Weser verwehrt. Nach einer erfolgreichen Ausleihe an den damaligen Drittligisten SV Elversberg gehörte er zur Saison 2023/24 zum Bremer Bundesligakader von Cheftrainer Ole Werner, bevor er schließlich ablösefrei zum VfB Stuttgart wechselte. Dort spielte er eine herausragende Saison, die mit dem DFB-Pokalsieg und seiner Berufung in die deutsche Nationalmannschaft endete, bevor er 2025 für 85 Millionen Euro zu Newcastle transferiert wurde.

Martin Harnik: Der Angreifer schloss sich als A-Jugendlicher dem SV Werder Bremen an. Nach vier Jahren an der Weser wechselte er 2010 zum VfB Stuttgart, wo er in 214 Bundesliga-Partien 68 Tore erzielte. Nach einem kurzen Intermezzo bei Hannover 96 (2016 bis 2018) kehrte Harnik zu Werder zurück und spielte ein Jahr mit seinem besten Freund Max Kruse, bevor er zum Hamburger SV wechselte. Seit 2020 spielt der mittlerweile 38-jährige Harnik für den Hamburger Oberligisten TuS Dassendorf.

Thorsten Legat: Im Trikot des SV Werder Bremen gewann der Linksfuß 1992 den Europapokal der Pokalsieger. Über Eintracht Frankfurt gelangte er 1996 zum VfB Stuttgart, wo er jedoch nie Stammspieler wurde. Nach einem rassistischen Vorfall, bei dem Legat seinen Mitspieler Pablo Thiam beleidigte, wurde ihm Ende 1999 fristlos gekündigt. Heute erlangt der Ex-Profi durch Auftritte im Reality-TV bundesweite Aufmerksamkeit.

Davie Selke: In der C-Jugend wurde der Stürmer beim VfB Stuttgart aussortiert, fand jedoch über Normannia Gmünd und die TSG Hoffenheim dennoch den Weg in den Profifußball. 2012/13 verpflichtete Werder Bremen ihn in der Winterpause, sodass er bald gegen seinen ehemaligen Verein antreten durfte. Nach zwei Jahren bei RB Leipzig und zweieinhalb bei Hertha BSC kehrte Selke als Leihspieler für ein halbes Jahr nach Bremen zurück, bevor er 2021 mit Werder aus der Bundesliga abstieg. Weitere Stationen des Stürmers waren der 1. FC Köln und der Hamburger SV, mit dem Selke 2025 als Leistungsträger den lang ersehnten Erstliga-Aufstieg feierte. Seinen Vertrag an der Elbe verlängerte er nicht und wechselte stattdessen in die türkische Süper Lig zu Basaksehir FK.

Egon Coordes: Der Linksverteidiger war der erste Bundesliga-Spieler, der von Bremen an den Neckar wechselte. Nach 50 Pflichtspielen (ein Tor) für Werder spielte er von 1971 bis 1976 insgesamt 107 Partien (acht Tore) für Stuttgart. Mit 31 Jahren beendete der aus Bremerhaven stammende Coordes seine Laufbahn und kehrte 1986/87 für eine Saison als Trainer zum VfB zurück. Der Ex-Profi verstarb am 17. Juni 2025 im Alter von 80 Jahren.

Serge Gnabry: Serge Gnabry wechselte in der A-Jugend vom VfB Stuttgart zu Arsenal London. 2016 unterschrieb er dann überraschend einen Vertrag bei Werder Bremen, der mit Unterstützung des FC Bayern München zustande kam. 2017 griff der Rekordmeister dann selbst bei Gnabry zu und lieh ihn direkt an die TSG Hoffenheim weiter. Dort entwickelte sich der Offensivakteur prächtig und ist seit der Saison 2018/19 Teil des Bayern-Kaders. Seitdem feierte er sieben Deutsche Meisterschaften, zwei DFB-Pokalsiege und den Gewinn der Champions League.

Krisztian Lisztes: Von 1997 bis 2001 spielte der ungarische Nationalspieler in 146 Pflichtspielen (15 Tore) für den VfB Stuttgart. Für 1,5 Millionen Euro wurde er dann an Werder Bremen verkauft. Mit dem SVW holte er 2004 das Double, doch kurz vor Ende der Saison erlitt der Mittelfeldspieler einen Kreuzbandriss und fand bei den Bremern nicht mehr zu alter Stärke zurück. Insgesamt absolvierte Lisztes für Werder 114 Pflichtspiele und erzielte dabei neun Tore.

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