Trainerwechsel bei Borussia Mönchengladbach: Die Suche nach einer Lösung
Borussia Mönchengladbach steht vor der Herausforderung, einen neuen Trainer zu finden. Im vergangenen Sommer gab es einen Kandidaten, der möglicherweise zur aktuellen Krise des Vereins beigetragen hat.
In Mönchengladbach hat Eugen Polanski interimistisch die Trainerposition übernommen. Der U23-Coach leitet bis auf Weiteres die Profimannschaft, doch es bleibt unklar, ob er sich für eine dauerhafte Anstellung empfehlen kann. Die Vereinsführung muss alle Optionen in Betracht ziehen und sollte sich nicht vor externen Lösungen verschließen.
Das Fußball-Portal Absolut Fussball hat eine Liste von über zehn derzeit vereinslosen Trainern veröffentlicht. Wer von ihnen die Aufgabe übernehmen wird, den traditionsreichen Verein zu stabilisieren, bleibt abzuwarten. Eine weitere Frage ist, warum Gladbach nicht bereits im Sommer gehandelt hat.
Seoane konnte in den Monaten April und Mai mit einer Sieglos-Serie keine positive Eigenwerbung betreiben. Eine frühzeitige Vertragsverlängerung rückte in weite Ferne, und plötzlich stand die Zukunft des Trainers auf der Kippe. Zudem war ein potenzieller Kandidat auf dem Markt, der jedoch zur Konkurrenz wechselte und am vergangenen Wochenende zur Entlassung des Schweizers führte.
Horst Steffen hätte möglicherweise der geeignete Trainer sein können, um Gladbach in der Saison 2025/26 zu stabilisieren. Der 56-Jährige war von 1991 bis 1993 Spieler und später von 2009 bis 2013 Nachwuchstrainer bei Borussia. Er pflegt ein gutes Verhältnis zu Roland Virkus und hat eine emotionale Bindung zum Verein.
Steffen, der in Meerbusch geboren wurde – wo auch Lars Stindl während seiner Zeit bei Borussia wohnte – hat bis heute seinen Wohnsitz in Neuss. Für den Trainer wäre ein Engagement in der Bundesliga, nah bei seiner Heimat und bei einem seiner ehemaligen Klubs, eine attraktive Option gewesen. Aus Sicht des Vereins bringt Steffen viele Qualitäten mit, die zu Borussia passen.
Neben seiner Vertrautheit mit dem Verein steht Steffen für eine klare spielerische Linie und gepflegten Ballbesitzfußball. Nachdem er im Oktober 2018 zur SV Elversberg gewechselt war, formte er die Saarländer über fünf Jahre zu einem Zweitligisten, der in der vergangenen Saison sogar in der Relegation gegen den 1. FC Heidenheim spielte.
Darüber hinaus hat sich Steffen in Elversberg als Förderer von Talenten einen Namen gemacht. Unter seiner Führung haben Nick Woltemade und Paul Wanner wichtige Schritte im Profibereich gemacht, auch Elias Baum und Fisnik Asllani entwickelten sich positiv.
Die Konkurrenz wurde natürlich auf das kleine Wunder in Elversberg aufmerksam, weshalb nach der gescheiterten Relegation damit gerechnet werden konnte, dass Steffen andernorts in die Bundesliga aufsteigen würde. Den Zuschlag erhielt Werder Bremen, da sich die Grün-Weißen Ende Mai von Ole Werner trennten, nachdem dieser eine Vertragsverlängerung abgelehnt hatte.
Gladbach wird zudem ein Interesse an Nils-Ole Book, dem Sportdirektor von Elversberg, nachgesagt. Ob Steffen jedoch ebenfalls ein Thema am Borussia-Park war, bleibt unklar. Die Verantwortlichen hatten frühzeitig entschieden, mit Seoane in die neue Saison zu gehen, obwohl aus dem Statement zur Trennung hervorgeht, dass ihnen der rasche Absturz im Frühjahr missfiel.
Hätte sich Borussia im Sommer für einen neuen Impuls auf der Trainerbank entschieden, könnte die Ausgangslage vor den Bundesligaspielen gegen Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und den SC Freiburg anders aussehen. Jetzt gilt es, das Feuer nach dem Aus von Seoane unter Kontrolle zu bringen und die Situation zu beruhigen – unabhängig davon, wer letztlich Trainer wird.