Transferentscheidungen bei Borussia Mönchengladbach: Ein Ausblick

Transferentscheidungen bei Borussia Mönchengladbach: Ein Ausblick

Nach dem Abgang von Ko Itakura stellt sich die Frage, ob Borussia Mönchengladbach weitere Transfers tätigen wird. Sport-Geschäftsführer Roland Virkus äußerte sich zu den aktuellen Entwicklungen.

Mönchengladbach – Ursprünglich sollte Ko Itakura als Katalysator für weitere Transfers dienen. Doch nachdem Alassane Pléa und Tomáš Čvančara die Möglichkeiten für die Verpflichtungen von Haris Tabaković und Shuto Machino eröffnet haben, bleibt abzuwarten, welche Entscheidungen die Verantwortlichen bis zum Transferschluss am 1. September treffen werden.

Für die linke Flügelposition könnte ein Neuzugang in Betracht gezogen werden, ebenso wird über die Verpflichtung eines neuen Innenverteidigers nachgedacht. Bei einer Pressekonferenz vor dem DFB-Pokal-Spiel gegen Atlas Delmenhorst am Sonntag (15:30 Uhr) ließ Virkus jedoch offen, ob Borussia noch aktiv werden wird.

„Ich sage nicht, dass wir gar nichts mehr machen – ich sage aber auch nicht, dass wir etwas machen“, erklärte Virkus. Es könne sich unerwartet eine Möglichkeit ergeben, jedoch müsse ein potenzieller Neuzugang „die Mannschaft deutlich besser machen“, betonte der Sportchef. „Es muss das Gefühl entstehen, dass jemand in die Kabine kommt, und die Spieler sagen: ‚Ja, diesen Transfer kann man nachvollziehen.‘“

Neben der sportlichen Qualität möglicher Neuzugänge spielt auch ein weiterer Faktor eine Rolle. Mit seinem Amtsantritt im Jahr 2022 hat Virkus den „Borussia-Weg“ ausgerufen, der darauf abzielt, Talente stärker zu fördern. Cheftrainer Gerardo Seoane wird von einigen Fans vorgeworfen, zu selten auf junge Spieler zu setzen. Diese Saison könnte sich dies jedoch ändern.

„Wir haben immer gesagt, dass es den einen oder anderen Spieler gibt, von dem wir den nächsten Schritt erwarten. Es gibt auch junge Spieler, bei denen man abwägen muss, ob man einen Kaderplatz blockiert oder einen Abgang durch Potenzial kompensiert“, eröffnete Virkus den Talenten die Möglichkeit, sich im Profibereich zu beweisen.

Eine Chance könnte Fabio Chiarodia erhalten, sofern kein zusätzlicher Innenverteidiger verpflichtet wird. Virkus fordert jedoch auch von Rechtsverteidiger Joe Scally den nächsten Schritt. „Diese Dinge müssen als Klub durchdacht werden. Jeder will Sicherheit, aber es geht auch darum, Entwicklungen voranzutreiben“, betonte der Borussia-Boss.

Mit Alassane Pléa hat Gladbach viel Qualität verloren. Es stellt sich die grundsätzliche Frage, ob diese Qualität durch ein Talent oder einen weiteren Transfer kompensiert werden sollte. Ein weiterer Transfer könnte den Weg, den die Fans fordern, gefährden. „Es sagen alle: ‚Seid doch mutiger mit Talenten.‘ Jetzt fragt ihr mich, ob wir einen Neuen holen“, sagte Virkus und hob den Widerspruch in der Transfer-Debatte hervor.

Obwohl Borussia nicht ausschließlich auf Talente setzen wird, um die Fans zufriedenzustellen, beschäftigen sich die Verantwortlichen ernsthaft mit der Förderung der Nachwuchsspieler aus dem eigenen Stall. In der Vorbereitung machte Wael Mohya auf sich aufmerksam, und auch Niklas Swider trainiert seit Monaten mit den Profis. „Man muss abwägen, ob wir einem Talent vielleicht nicht schon jetzt etwas zutrauen und ihm Chancen geben“, so Virkus. Abwarten bleibt demnach die Devise.

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