TSV 1860 München kämpft um Drittliga-Lizenz
Der TSV 1860 München steht vor einer finanziellen Herausforderung und benötigt 2,7 Millionen Euro, um die Lizenz für die 3. Liga zu sichern. Investor Hasan Ismaik hat nun eine seiner sieben Forderungen an den Mutterverein zurückgezogen.
München – Jubiläen in der Berufswelt sind oft ein schöner Anlass, um auf Erreichtes zurückzublicken. Beim TSV 1860 München jedoch ist die Situation anders. Heute jährt sich die „Zusammenarbeit“ zwischen dem Verein und Hasan Ismaik zum 15. Mal, doch große Herzlichkeiten sind nicht zu erwarten.
Der jordanische Investor hatte die Löwen vor der Insolvenz gerettet, indem er 60 Prozent der Anteile an der KGaA erwarb und große Träume für die Zukunft weckte. Wo früher von „Augenhöhe mit Barcelona“ gesprochen wurde, ist heute die Existenz des Vereins in Gefahr. Es kommt erneut zu einem Konflikt zwischen Ismaik und dem Mutterverein.
Um die Lizenz bis kommenden Mittwoch um 17 Uhr zu erhalten, benötigt der Verein dringend 2,7 Millionen Euro. Andernfalls droht der Abstieg in die Regionalliga, was der zweite Abstieg seit 2017 wäre. Ismaik hatte kürzlich Darlehensverträge gekündigt, was Geschäftsführer Manfred Paula rechtlich anfechtet. Ein schnelles Urteil ist für die Sechzger von großer Bedeutung, da der DFB nur interessiert ist, ob die benötigten Mittel bis Mittwoch bereitgestellt werden.
Am Mittwochabend gab es jedoch einen Hoffnungsschimmer, als die Süddeutsche Zeitung berichtete, dass Ismaik den umstrittenen Punkt, der dem Verein die Vorkaufsrechte bei einem Anteilsverkauf entziehen sollte, zurückgezogen hat. Dies wurde auch von Absolut Fussball bestätigt. Dennoch bleiben noch sechs weitere Forderungen, die der Mutterverein akzeptieren muss, und die Zeit drängt.
Ismaik ist unterdessen wieder aktiv in sozialen Netzwerken. In seinen teils kryptischen Beiträgen macht der 48-Jährige deutlich, dass ein Abstieg in den Amateurfußball für ihn nicht das Ende der Welt bedeutet: „Wenn die Löwen von Grund auf neu aufgebaut werden müssen, selbst aus niedrigeren Ligen heraus, dann ist das keine Schande.“
Ein Perspektivwechsel: Bei einer Feier am Donnerstag, bei der der TSV 1860 mit rund 160 geladenen Gästen seine Meisterhelden ehrte, war von der angespannten Situation wenig zu spüren. Präsident Gernot Mang und Verwaltungsrat Sebastian Seeböck, beide in ausgezeichneter Stimmung, wollten sich nicht zu den kritischen finanziellen Umständen äußern.
Stattdessen gab Mang Einblicke in seine Gefühle: „Es schmerzt uns zu sehen, wo dieser Verein heute steht. Es tut weh, dass wir in Teilen der Presse als Chaosverein dargestellt werden.“ Mit einer Kampfansage schloss Mang schließlich seine Rede: „1860 gehört nicht in die 3. Liga – und schon gar nicht in die vierte!“