TSV 1860 München trennt sich von Investor Hasan Ismaik

TSV 1860 München trennt sich von Investor Hasan Ismaik

Nach dem zweiten Zwangsabstieg unter der Ägide von Hasan Ismaik geht der TSV 1860 München einen neuen Weg: Das Präsidium plant die Zukunft des Vereins ohne den umstrittenen Investor. Die Frage bleibt, ob Ismaik dies akzeptieren wird.

München – Nach dem „Schwarzen Mittwoch“ folgte ein stiller Fronleichnam. Der Zwangsabstieg in die Regionalliga hatte zunächst zu einer gewissen Besinnung im Löwen-Lager geführt. Doch am Donnerstagabend, kurz vor 20 Uhr, wurde die nächste Überraschung bekanntgegeben: Der TSV 1860 kündigte den Kooperationsvertrag mit Investor Hasan Ismaik.

In einer offiziellen Mitteilung erklärte der Mutterverein: „Der TSV München von 1860 e.V. hat den am 30. Mai 2011 geschlossenen Kooperationsvertrag mit der HAM International Limited aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung gekündigt.“ Auslöser für diese Entscheidung war Ismaiks Rückzug aus seinen Darlehensverpflichtungen, der letztlich zum Verlust der Drittliga-Lizenz geführt hatte.

Die Löwen schlagen damit einen Weg ein, der noch vor wenigen Tagen kaum vorstellbar war. Praktisch bedeutet dies, dass künftig eine Mannschaft des e.V. in der Regionalliga Bayern antreten wird – ohne die Beteiligung des jordanischen Investors. Die formalen Voraussetzungen dafür scheinen bereits gegeben zu sein, denn Berichten zufolge liegt die Zulassung des Bayerischen Fußball-Verbandes vor. Auch die jüngste Ankündigung des bisherigen Hauptsponsors „Die Bayerische“, einen möglichen Neustart begleiten zu wollen, erhält nun eine völlig neue Dimension.

Allerdings wirft dieser überraschende Schritt zahlreiche Fragen auf. Juristisch dürfte die sofortige Kündigung des Kooperationsvertrags kaum das letzte Wort sein. Wie und ob sich die Trennung tatsächlich vollziehen lässt, wird voraussichtlich Gerichte und Anwälte beschäftigen. Politisch ist die Botschaft jedoch klar: Der e.V. hat sich entschieden, den Weg nach dem Absturz ohne seinen langjährigen Geldgeber zu suchen.

Auslöser für diese dramatische Entwicklung war der 3. Juni, der als „Schwarzer Mittwoch“ in die Vereinsgeschichte eingehen wird. Nach wochenlangem Streit um die Finanzierung der 3. Liga konnten die vom DFB geforderten 2,7 Millionen Euro nicht fristgerecht nachgewiesen werden. Um 17:45 Uhr bestätigte die KGaA offiziell das Scheitern und nannte eine „nicht erfüllte Finanzierungszusage unseres Gesellschafters Hasan Ismaik“ als Grund.

Neun Jahre und einen Tag nach dem „Schwarzen Freitag“ von 2017 war der zweite Absturz perfekt. Wieder scheiterten die Löwen an wirtschaftlichen Voraussetzungen, wieder führte der Weg in die 4. Liga.

Als sich Präsident Gernot Mang und Aufsichtsratschef Herbert Bergmaier am Mittwochabend den wartenden Fans stellten, schlug ihnen blanke Wut entgegen. Rund 200 Anhänger forderten lautstark den Rücktritt der Verantwortlichen. Mang berichtete später von zwei ausgearbeiteten Vertragswerken, die jeweils von einer Gesellschafterseite akzeptiert worden wären, doch eine Einigung kam nicht zustande.

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