UEFA Sanktionen gegen FC Bayern nach Pyro-Ereignissen
Die UEFA hat eine erhebliche Strafe für die Pyro-Show der FC Bayern Ultras während des Spiels gegen Sporting Lissabon angekündigt. Was sind die weiteren Konsequenzen?
München – Nach der Pyro-Show im Champions-League-Achtelfinale im März 2025 gegen Bayer Leverkusen (3:0), die von den Ultras des FC Bayern im Unterrang der legendären Südkurve inszeniert wurde, verhängte die UEFA sowohl eine Geldstrafe als auch eine Bewährungsstrafe gegen den FC Bayern. Letztere drohte im Fall einer Wiederholung mit einer Teilsperre für die Fans in der Münchner Arena. Die Warnung war also klar, und es war jedem bewusst, dass der europäische Fußballverband in solchen Angelegenheiten keinen Spaß versteht.
Trotz der Warnungen brannten zu Beginn der zweiten Halbzeit im Ligaspiel der Königsklasse gegen den portugiesischen Meister Sporting erneut 90 Pyro-Fackeln im gleichen Stadionbereich. Was zunächst von vielen Stadionbesuchern als beliebtes Fotomotiv angesehen wurde, verwandelte sich schnell in eine dichte Rauchwolke. Eine Spielunterbrechung stand im Raum, was nach dem Spiel auch von FCB-CEO Jan-Christian Dreesen geäußert wurde.
Die angekündigte UEFA-Strafe war für alle informierten Beobachter schnell klar und wurde von einem verärgerten Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern nach dem 3:1-Sieg bestätigt. Selbst die Bayern-Anhänger, die den Einsatz von „kontrolliertem“ Pyro-Material als „Stadion-Attraktion“ betrachten, schlossen sich der Verärgerung von Dreesen an und äußerten ihren Unmut in den sozialen Medien.
Inzwischen ist klar, dass der FC Bayern im nächsten Champions-League-Heimspiel gegen Union Saint-Gilloise am 21. Januar auf einen bedeutenden Teil seiner Fanunterstützung verzichten muss. Wie zu erwarten war, betrifft die UEFA-Entscheidung die Blöcke 111 bis 114, die sich genau hinter dem Tor im Unterrang befinden und das Herzstück der Südkurve bilden.
In den letzten Tagen wurde viel darüber spekuliert, warum die FCB-Ultras diese unvermeidliche Strafe provozierten. Der frühere Bayernspieler Markus Babbel deutete die Situation sogar als einen „Machtkampf“ zwischen Ultras und Verein. Es sei angemerkt, dass die Klubführung, einschließlich des umstrittenen Uli Hoeneß und insbesondere Dreesen, in der Regel ein gutes Verhältnis zur aktiven Fanszene hat. Ein Machtkampf, für den es keinen ersichtlichen Anlass gibt, würde in der Regel nur Verlierer hervorbringen.
Selbst ohne einen erkennbaren Machtkampf könnten die Ultra-Gruppierungen des Rekordmeisters jedoch als Verlierer aus diesen Ereignissen hervorgehen: Das Vertrauen des Vereins und die Bereitschaft, hohe Strafzahlungen zu akzeptieren, könnten sich in Luft auflösen. Der Rekordmeister könnte künftig strenger gegen Stadionvergehen vorgehen und vermehrt Stadionverbote aussprechen. Einige Privilegien und Kooperationen könnten ebenfalls eingestellt werden.
Abgesehen davon scheinen die Sympathiewerte der FCB-Ultras unter den restlichen Fans des Rekordmeisters, selbst bei denjenigen, die ihnen grundsätzlich wohlgesonnen sind, auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen zu sein. Die Anti-Boateng-Kundgebungen sowie die jüngsten 12-minütigen Protest-Schweigeaktionen haben zusätzlich zu den bereits kritischen Aktivitäten ihre Spuren hinterlassen.
In den letzten 25 Jahren haben die FCB-Ultras zunehmend an Einfluss in der Kurve, im gesamten Stadion und im Verein gewonnen. Sollte es nun zu einer Kehrtwende kommen, könnte tatsächlich ein Machtkampf drohen, oder sie besinnen sich, wie viele „normale Fans“ nun sagen, endlich wieder auf ihr ursprüngliches Ziel: den Verein und die Mannschaft bestmöglich zu unterstützen.
Die Situation ist durchaus kritisch: Aufgrund der zahlreichen positiven Aktionen der Ultras, insbesondere ihrer beeindruckenden Choreografien, wurden von Vereinsseite und anderen Anhängern viele kritikwürdige Aspekte akzeptiert. Das Murren wird jedoch zunehmend lauter. Dies ist zum Leidwesen der derzeit so stark aufspielenden Mannschaft von Vincent Kompany bereits in der Atmosphäre der Allianz Arena spürbar.
Gewinnen die Bayern das Champions-League-Spiel gegen den belgischen Meister aus dem Brüsseler Stadtviertel Saint-Gilloise, könnte das Kapitel mit der „halbleeren“ Südkurve schnell vergessen sein. Sollte es jedoch zu einem unerwarteten negativen Erlebnis kommen, das die weitere Königsklassen-Saison beeinträchtigt, wird die derzeitige Wut gegen die eigenen Ultras – nicht nur in den sozialen Netzwerken – drastisch zunehmen. Diese sollten nun genau überlegen, wie sie darauf reagieren wollen.
Es ist erwähnenswert, dass die restlichen Stadionfans bereits einmal bewiesen haben, dass sie auch ohne die Ultras eine großartige Stimmung erzeugen können. Dies geschah beim legendären 4:0-Sieg im Halbfinale 2013 über Messis Barcelona, als die unteren Reihen der Südkurve aus Protest gegen verschärfte Einlasskontrollen leer blieben. Die Atmosphäre in der Arena war dennoch herausragend. Ob dies jedoch gegen einen Gegner wie Saint-Gilloise wiederholbar ist, bleibt stark zu bezweifeln.