Uli Hoeneß: Kontroversen und Verdienste im Fokus
Uli Hoeneß sorgt mit seinen Auftritten immer wieder für Schlagzeilen. Nun hat sich eine deutsche Fußballlegende klar für den Ehrenpräsidenten des FC Bayern München ausgesprochen.
München – Die jüngsten Auftritte von Uli Hoeneß haben beim FC Bayern München für Unruhe gesorgt. Er plauderte über Transferdetails und übte öffentlich Kritik am Sportvorstand Max Eberl. Günter Netzer betont: „Er ist einfach immer noch zu eng mit Bayern München verbunden.“ Dies erklärt laut Netzer, warum Hoeneß immer wieder für Aufregung sorgt.
Netzer erläuterte in einem Interview mit Sport1, dass Hoeneß „immer wieder anstößt mit Dingen, die nicht in die Öffentlichkeit gehören, und es damit anderen in seiner Position schwer macht.“ Zuletzt hatte der Ehrenpräsident im „Doppelpass“ Einzelheiten zur Leihe von Nicolas Jackson preisgegeben und gesagt, dass Max Eberl bei Kritik „ziemlich empfindlich“ sei. Für Netzer handelt es sich hierbei um ein Muster, das sich voraussichtlich fortsetzen wird.
Der Ex-Weltmeister hob auch die unterschiedlichen Herangehensweisen im Umgang mit Problemen hervor: „Er ist ein anderer Typ als ich; er bringt bestimmte Dinge in die Öffentlichkeit, die ich lieber intern besprochen hätte. Probleme, die auftraten, waren für mich meistens in der Öffentlichkeit tabu. Aber das ist eben Uli Hoeneß pur. Das kann man ihm nicht abgewöhnen.“ Solange Hoeneß Einfluss hat, rechnet Netzer mit weiteren Vorfällen dieser Art.
Trotz seiner Kritik würdigte Netzer auch die Verdienste des Bayern-Patrons: „Durch sein Verhalten hat er vieles angeregt – und zwar zum Wohle des Fußballs.“ Hoeneß habe den Rekordmeister „maßgeblich geprägt“ und „etwas Unglaubliches“ geschaffen. Netzer fügte hinzu: „Das ist ein Lebenswerk, das seinesgleichen sucht.“ Diese außergewöhnliche Stellung müsse man Hoeneß trotz aller Kontroversen zugestehen.
Hoeneß selbst reagierte zuletzt oft empfindlich auf Kritik an seiner Person. Besonders die Auseinandersetzung mit Rekordnationalspieler Lothar Matthäus eskalierte. Dieser äußerte in seiner „Sky“-Kolumne: „Das meiste von dem, was Uli gesagt hat, habe ich als peinlich empfunden.“ Matthäus reagierte damit auf Hoeneß' vorherige Äußerung, dass der ehemalige Bayern-Kapitän „nicht alle Tassen im Schrank“ habe.