Uli Hoeneß kritisiert FIFA und Infantino beim Kongress in München
München – Uli Hoeneß, der Ehrenpräsident des FC Bayern München, hat bei einem Kongress in München erneut scharfe Kritik an der FIFA und ihrem Präsidenten Gianni Infantino geäußert. Er richtete seine Vorwürfe nicht nur an die FIFA, sondern auch an die europäischen Fußballverbände, denen er mangelnde Courage vorwirft.
Besonders die geplante Erweiterung der Weltmeisterschaft auf 64 Teams stößt bei Hoeneß auf Unverständnis. „Die Idee kann Infantino nur bei seinem letzten Besuch bei Donald Trump entwickelt haben. Die Europäer lassen sich viel zu viel gefallen“, erklärte Hoeneß und fügte hinzu: „Mit Australien, Neuseeland oder Fidschi kann er keine WM spielen. Wenn sich alle zusammen tun würden, könnten wir schnell zu besseren Lösungen kommen.“
Er befürchtet, dass eine solche Erweiterung dem Fußball langfristig schaden würde und sieht bereits jetzt erkennbare Schäden. Der FIFA-Präsident ist Hoeneß schon lange ein Dorn im Auge. „Für mich ist Gianni Infantino eine große Katastrophe für den Weltfußball“, äußerte Hoeneß bereits in einem früheren Interview mit RTL. Auch damals kritisierte er die bevorstehende Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada.
„Die WM, wie sie sich derzeit darstellt, wird auf jeden Fall kein Erfolg sein, das ist jetzt schon klar, und sie wird dem Fußball insgesamt auf jeden Fall schaden“, so der 70-Jährige. „Wenn Sie die Einschaltquoten betrachten und die Begeisterung der Leute für diese WM sehen, ist der Schaden bereits erkennbar.“
Hoeneß kritisierte die europäischen Verbände dafür, ihre Macht nicht ausreichend zu nutzen, um der FIFA entgegenzutreten. „Jahrelang hatte man genug Zeit, um die Dinge anzusprechen und die entsprechende Macht auszuüben“, sagte er gegenüber RTL. Er fordert mehr Mut und Entschlossenheit, um den Einfluss der FIFA zu beschränken und die Interessen des Fußballs zu wahren.
Die geplante Ausweitung der WM auf 64 Teams wird von vielen in der Fußballwelt kritisch gesehen. Auch der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw bezeichnete den Vorschlag als „völlig überzogen“. Die Idee, die Anzahl der teilnehmenden Mannschaften weiter zu erhöhen, steht im Widerspruch zu den Interessen vieler europäischer Fußballfunktionäre, die befürchten, dass die Qualität der Spiele darunter leiden könnte. Zudem wächst die Belastung der Spieler weiter an.