Uli Hoeneß lobt Julian Nagelsmann nach WM-Spiel
Vor der Weltmeisterschaft hatte Uli Hoeneß Bundestrainer Julian Nagelsmann scharf kritisiert. Nun überrascht der Bayern-Patron mit einem unerwarteten Kompliment.
München – Uli Hoeneß ist bundesweit als das Sprachrohr vom Tegernsee bekannt. Obwohl er beim FC Bayern nicht mehr im Tagesgeschäft aktiv ist, äußert er regelmäßig seine Meinung zu Themen rund um den deutschen Rekordmeister und die Nationalmannschaft. In den Monaten vor der Weltmeisterschaft wurde Bundestrainer Julian Nagelsmann zum Ziel seiner Kritik.
Hoeneß ließ kein gutes Haar an dem Coach, mit dem er von 2021 bis 2023 beim FC Bayern in Kontakt stand. Besonders scharf war seine Kritik an Nagelsmanns Vorgehensweise in der Torwart-Debatte zwischen Manuel Neuer und Oliver Baumann. Auch die häufig wechselnde Startformation der DFB-Elf stieß dem Münchner Ehrenpräsidenten sauer auf, und er richtete seine Vorwürfe direkt an den Nationaltrainer.
Nagelsmann musste viel Kritik einstecken, strebte jedoch stets einen konstruktiven Austausch mit Hoeneß an. Sein Motto lautete: Wohlwollen und Entgegenkommen statt Konfrontation. Tatsächlich wurde seine Bitte um ein klärendes Gespräch vor der WM erhört. Nach internen Vermittlungsgesprächen äußerte Hoeneß nun auch öffentlich versöhnliche Töne.
Nach dem deutschen 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste kam es zu einer bemerkenswerten Wendung im bisherigen WM-Turnier. Dabei bezieht sich die Überraschung nicht nur auf das Comeback durch Doppelpacker Deniz Undav, sondern auch auf Hoeneß' Reaktion danach. Am Rande des fünften Finalspiels der Bayern-Basketballer gegen ALBA Berlin lobte Hoeneß das DFB-Team für „kämpferisch Unglaubliches“.
Gleichzeitig mahnte das Mitglied des Münchner Aufsichtsrats, dass der Weg zum WM-Titel noch lang sei und „noch schwere Brocken“ warteten. Besonders auffällig war das ausdrückliche Kompliment für Nagelsmann, das Hoeneß hinzufügte: „Wenn sie so als Mannschaft zusammenwachsen und der Trainer immer so gut wechselt wie gestern, kann es etwas werden.“
Die Art und Weise, wie Nagelsmann das schwere Spiel gegen die Elfenbeinküste drehte, schien Hoeneß vollends umzustimmen. Deutschland lag zunächst 0:1 zurück, bevor die vorgenommenen Auswechslungen den Unterschied machten. Neben Undav, der zum gefeierten Matchwinner avancierte, trug auch Joker Nadiem Amiri zur Wende bei. Nagelsmanns Einwechslungen erwiesen sich als goldrichtig, und Hoeneß erkannte dies neidlos an.
Für den 38-jährigen Nationaltrainer dürfte das Lob eine willkommene Genugtuung sein. Dass ausgerechnet sein schärfster Kritiker seine Wechselentscheidungen lobt, zeigt: Die Zeichen stehen auf Versöhnung, ganz im Sinne des Erfolgs der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft. Rückendeckung aus der Heimat können Nagelsmann und seine Schützlinge in jedem Fall gebrauchen – auch von Uli Hoeneß.