Uli Hoeneß über die turbulente Zusammenarbeit bei Bayern München

Uli Hoeneß über die turbulente Zusammenarbeit bei Bayern München

Uli Hoeneß ist sich bewusst, dass beim FC Bayern nicht immer alles harmonisch verläuft, und gibt Einblicke in die Zusammenarbeit mit Sportvorstand Max Eberl.

München – Hoeneß räumt ein, dass es im Sommer hinter den Kulissen des FC Bayern zu intensiven Auseinandersetzungen kam. Die „vielen hitzigen Diskussionen“ mit Sportvorstand Max Eberl und Vorstandsvorsitzendem Jan-Christian Dreesen hätten sich jedoch gelohnt und trügen laut Hoeneß zur aktuellen Spitzenform des deutschen Rekordmeisters bei.

„Ich muss zugeben, wir haben uns hier in diesem Raum heftig gestritten, sowohl mit Max (Eberl) als auch mit Jan-Christian Dreesen. Aber letztendlich haben wir uns zusammenraufen können“, gesteht Hoeneß im OMR-Podcast. Das Ergebnis spreche für sich: „Was Sie im Moment bei Bayern München sehen, ist das Resultat vieler hitziger Diskussionen, die dazu geführt haben, dass dieser Verein jetzt sehr gut dasteht.“

Besonders brisant war Hoeneß‘ Eingreifen kurz vor Ende der Transferperiode. Der 73-Jährige gab der sportlichen Leitung um Eberl und Sportdirektor Christoph Freund die klare Anweisung: keine Käufe mehr, sondern nur noch Leihen. Infolgedessen verpflichtete der FC Bayern Nicolas Jackson auf Leihbasis vom FC Chelsea, obwohl ursprünglich andere Pläne verfolgt wurden.

Zusammen mit Trainer Vincent Kompany und Sportdirektor Freund hatte Eberl „eine Idee“ für „einen Spieler, den wir kaufen könnten, falls Coman noch geht“, erklärte er im Oktober in einem Interview mit 11 Freunde. Letztendlich sei jedoch entschieden worden, dass keine Käufe mehr getätigt werden sollten, sondern nur noch Leihgeschäfte. Es sei dennoch „kein Konflikt zwischen Aufsichtsrat und Sport“ gewesen: „Es war eine sachliche Entscheidung, die wir am Ende gemeinsam getragen haben.“

Im Sport1-Doppelpass hatte Hoeneß bereits im September angedeutet, dass die Zusammenarbeit nicht reibungslos verlaufe. Eberl sei bei Diskussionen „ziemlich empfindlich“, hatte er damals festgestellt. Auch für Hoeneß selbst wäre es „viel schöner, wenn wir nicht eingreifen müssten“. Doch der Aufsichtsrat könne es nicht verantworten, „wenn wir das Gefühl haben, dass die Dinge nicht richtig laufen“.

Trotz der Spannungen lobte Hoeneß die Arbeit von Eberl: Der Sportvorstand mache „aus den Möglichkeiten, die er zurzeit hat, gute Dinge“. Die Erfolge der letzten Wochen haben diese Einschätzung bestätigt und auch die Kritiker von Eberl zum Schweigen gebracht.

Die „vielen hitzigen Diskussionen“ mögen schmerzhaft gewesen sein, aber sie haben den FC Bayern wieder auf Kurs gebracht. Die Botschaft ist klar: Hoeneß sieht seine Einmischung nicht als Störung, sondern als notwendige Korrektur. Die aktuellen Ergebnisse geben ihm recht.

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