Uli Hoeneß und die Suche nach den richtigen Nachfolgern beim FC Bayern

Uli Hoeneß und die Suche nach den richtigen Nachfolgern beim FC Bayern

Uli Hoeneß hat angekündigt, dass er beim FC Bayern München zurücktreten wird, sobald die „richtigen Leute“ in den entscheidenden Positionen sind. Allerdings sind seine bisherigen Nachfolger nicht vollständig zufriedenstellend.

München – In einem Interview bei Sport1 äußerte Hoeneß: „In dem Moment, wo wir die richtigen Leute am richtigen Posten haben, werden wir uns zurückziehen, der Karl-Heinz und ich.“ Obwohl diese Aussage ehrenvoll klingt, wirft sie Fragen auf.

Ist der Ehrenpräsident mit Sportvorstand Max Eberl unzufrieden? Diese Frage wurde in den letzten Wochen häufig diskutiert. Eberl, der lange auf seinen Traumjob wartete und als „Ziehsohn“ von Hoeneß gilt, hat in seiner Rolle mit Herausforderungen zu kämpfen. Die Trainersuche für 2024, komplizierte Vertragsverhandlungen mit den Bayern-Stars und ein umkämpftes Transferfenster haben die Kritik an Eberl verstärkt.

Eberl ist jedoch nicht der erste Versuch von Hoeneß, einen idealen Nachfolger als Manager beim FC Bayern zu finden. Nach seinem Rücktritt als Manager im Jahr 2009 ernannte Hoeneß den ehemaligen Bayern-Spieler und damaligen Team-Manager Christian Nerlinger zu seinem Nachfolger. Nerlinger, der als „Sport-Direktor“ fungierte, feierte zunächst große Erfolge.

Unter Trainer Louis van Gaal wurde ein neues Spielsystem eingeführt, das zur Gewinn des Doubles führte und das Finale der Champions League erreichte. Im zweiten Jahr geriet Nerlinger jedoch unter Druck, als van Gaal bei einer Buchpräsentation in eine missliche Lage geriet, die Meisterschaft verpasst wurde und die Entlassung von van Gaal unglücklich verlief. Trotz dieser Schwierigkeiten durfte Nerlinger bleiben, um mit Jupp Heynckes das „Finale Dahoam“ anzugehen. Am Ende der Saison 2011/12 musste Nerlinger jedoch aufgrund dreier Vize-Titel gehen – ein weiterer gescheiterter Versuch von Hoeneß.

Für die Saison 2012/13 trafen die Münchner mutige Entscheidungen, darunter die Beförderung von Matthias Sammer zum Sportvorstand. Sammer hatte keine Bayern-Vergangenheit, was sich als vorteilhaft erwies. Unter seiner Leitung wurde der Verein zu einer der besten Klubmannschaften der Welt und gewann 2013 das Triple.

Allerdings löste Sammer 2016 seinen Vertrag auf eigenen Wunsch auf, nachdem er während seiner Zeit bei Bayern einen leichten Schlaganfall erlitten hatte. Bis heute hat er keine verantwortungsvolle Position mehr übernommen und ist lediglich externer Berater bei Borussia Dortmund. Obwohl Sammer fachlich nicht scheiterte, war der Druck im Managerjob offenbar gesundheitlich belastend.

Nach Sammer entschieden sich die Münchner, die Position des Managers zunächst unbesetzt zu lassen. Dies führte dazu, dass Welttrainer Carlo Ancelotti nur etwas mehr als ein Jahr an der Seitenlinie blieb, bevor er gehen musste. Ein Bayern-Manager hat die Aufgabe, die oft sensiblen und anspruchsvollen Profis zu beruhigen, was in dieser Zeit nicht gewährleistet war.

Hoeneß' dritter Nachfolger war wieder ein ehemaliger Bayern-Spieler: Hasan Salihamidzic. Obwohl er keine Vorerfahrung hatte, arbeitete er sich als Sport-Direktor ein und wurde zum Sportvorstand befördert. Die Ära Salihamidzic von 2017 bis 2023 wies sowohl Höhen als auch Tiefen auf.

Besonders hervorgehoben wird das legendäre Sextuple im Jahr 2020, das jedoch unter den besonderen Umständen der Corona-Pandemie errungen wurde. Die Frage bleibt, ob der FC Bayern die Leistungsfähigkeit seines Managers und seiner Spieler dadurch möglicherweise falsch eingeschätzt hat. 2023 wurde Salihamidzic schließlich entlassen, und ein weiterer Versuch von Hoeneß scheiterte.

Seit Frühjahr 2024 ist nun Eberl am Ruder, der ebenfalls ein ehemaliger Spieler des FC Bayern ist, jedoch viel Erfahrung in der Leitung von Bundesliga-Clubs (wie Gladbach und Leipzig) mitbringt. Viele Beobachter bezweifeln, dass Eberls Ära in München von langer Dauer sein wird, und befürchten, dass auch dieser vierte Versuch von Hoeneß bald scheitern könnte.

Wenn Uli Hoeneß also sinngemäß sagt, dass er zusammen mit Karl-Heinz Rummenigge auf die richtigen Leute wartet, um sich beim FC Bayern zurückzuziehen, stellt sich die Gegenfrage: „Sie suchen seit 16 Jahren nach den richtigen Leuten. Wie lange soll diese Suche noch andauern?“

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