Unmut über Trainergehälter im deutschen Fußball

Unmut über Trainergehälter im deutschen Fußball

Innerhalb des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gibt es wenig Verständnis für die hohen Kosten, die mit dem Bundestrainer verbunden sind. Das frühzeitige Ausscheiden der Nationalmannschaft und der damit verbundene Trainerwechsel haben einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet.

In Frankfurt berichtet Jörg Wagner, der Kreisfußballwart aus Offenbach, von seinen Gesprächen mit Vereinsvertretern auf den Fußballplätzen der Region. Dabei wird sowohl über die Abfindungen für Bundestrainer Julian Nagelsmann und dessen Assistenten als auch über das mögliche zukünftige Jahresgehalt von Jürgen Klopp diskutiert, das sich auf rund sieben Millionen Euro belaufen soll. Wagner äußert: „Man redet auf den Sportplätzen über die Beträge und hat wenig Verständnis. Sieben Millionen sind viel zu weit weg von der Lebensrealität der Basis.“

Wagner weist zudem darauf hin, dass ein Bundestrainer im Vergleich zu einem Chefcoach in der Bundesliga deutlich weniger ausgelastet ist. Bei Stadionbesuchen erhält er nicht nur sein Gehalt, sondern auch sämtliche Übernachtungs- und Verpflegungskosten erstattet. „Ein Bundestrainer kann viele Aufgaben aus dem Homeoffice erledigen und hat nur wenige Präsenzzeiten im DFB-Campus“, erklärt er.

Uwe Döring, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes, hat sich ebenfalls kritisch geäußert: „Dieser ganze Irrsinn bei Trainergehältern und Abfindungen stößt mich nur noch ab. Hoffentlich wird die Schraube nicht überdreht, denn viele wenden sich bereits ab.“ Als Mitglied des DFB-Vorstands hat Döring jedoch keinen Einfluss auf die Entscheidungen über die Millionensummen, dies obliegt dem deutlich kleineren Aufsichtsrat.

Dieser wird von Alexander Wehrle, dem Vorstandsvorsitzenden des VfB Stuttgart, geleitet, der mit den gängigen Größenordnungen der Profifußballbranche vertraut ist. Am Montagmorgen übermittelte der DFB aktuelle Zahlen, die einen WM-Verlust von 9,4 Millionen Euro ausweisen – der höchste Verlust in der Geschichte des DFB. Dieses Defizit war bereits im Vorfeld eines so frühen Ausscheidens eingeplant, da der DFB mit einer großen Delegation angereist war, um optimale Bedingungen zu schaffen. Entsprechend hoch waren die Kosten für die Reise, während erst beim Erreichen des Finales ein Überschuss entstanden wäre.

Zusätzlich zu den Abfindungen und den neuen Gehältern für den designierten Bundestrainer sowie dessen Assistenten Peter Krawietz und Pepi Lijnders wird der DFB mit einem zweistelligen Millionenfehlbetrag aus der WM und deren Nachwirkungen belastet. Dieser Schmerz wird jedoch gemildert, da unter Präsident Bernd Neuendorf und Schatzmeister Stephan Grunwald ein strenges Kostenmanagement eingeführt wurde. Dadurch konnte der Jahresfehlbetrag von fast 20 Millionen Euro in einen Gewinn von nahezu 20 Millionen Euro umgewandelt werden.

Trotz des WM-Desasters bleiben die Sponsoren dem DFB treu, was im Verband sehr geschätzt wird. Ab dem kommenden Jahr wird Nike rund 100 Millionen Euro zahlen, was bedeutet, dass der Sponsor acht Jahre lang doppelt so viel zahlt wie zuvor Adidas. In dieser Hinsicht zeigt sich der Schatzmeister entspannt.

Am Dienstag treffen sich Neuendorf und der Bundesliga-Chef Hans-Joachim Watzke mit Red Bull-Chef Oliver Mintzlaff im Großraum München. Der DFB ist optimistisch, eine Ablöse für Klopp zu vermeiden, da RB nicht darauf besteht, den Bundestrainer als Markenbotschafter einzusetzen. Eine beratende Funktion reicht aus.

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