Unruhen beim FC Bayern: Max Eberl spricht über Transfersituation
Hinter den Kulissen des FC Bayern München brodelt es erneut. Dies wurde besonders deutlich während der Pressekonferenz von Sportvorstand Max Eberl.
München – Die Pressekonferenzen des FC Bayern sind bekannt für ihren Unterhaltungswert, so auch vor dem Bundesliga-Auftakt gegen RB Leipzig am Freitag. Ursprünglich sollten die Medienrunden im Pressestüberl an der Säbener Straße der sportlichen Vorbereitung auf das Eröffnungsspiel dienen. Doch Eberl sorgte mit seinen Äußerungen zur Transfersituation für Aufsehen und gewährte tiefere Einblicke in die aktuellen Machtverhältnisse beim FC Bayern.
Erstmals reagierte der Bayern-Sportvorstand auf die öffentlichen Forderungen von Ehrenpräsident Uli Hoeneß, der kürzlich in der Süddeutschen Zeitung dafür plädierte, den Kader in diesem Transferfenster ausschließlich mit Leihspielern zu verstärken. Zudem enthüllte Eberl in einem Nebensatz interessante Hintergründe zum überraschenden Abgang von Kingsley Coman, der bekanntlich zu Al-Nassr in Saudi-Arabien gewechselt ist.
„Wir haben Kingsley Coman verkauft – zusätzlich, was nicht unbedingt der Plan war“, erklärte Eberl auf der Pressekonferenz und machte deutlich, dass der französische Flügelspieler ursprünglich nicht zu den Verkaufskandidaten gehörte. Berichten zufolge soll der Verein zudem weniger für den Spieler erhalten haben als ursprünglich gedacht.
Vor wenigen Tagen hatte Bayern-Trainer Vincent Kompany den Abschied des französischen Flügelflitzers emotional kommentiert: „Natürlich denke ich zuerst an das Positive, was er für den Verein erreicht hat und auch für mich als Trainer“, sagte er gegenüber Sky. „Es ist immer ein bisschen emotional, wenn so ein Spieler entscheidet, dass er weggehen möchte.“
Fest steht: Der unerwartete Verlust des Champions-League-Helden von 2020 verschärft die Personalsituation erheblich. Nachdem auch die Verpflichtung von Nick Woltemade vom VfB Stuttgart gescheitert war, sieht sich Eberl nun gezwungen, Kompromisse einzugehen. „Deshalb habe ich die Aufgabe bekommen, eine Leihe zu machen“, erläuterte der Sportvorstand seine neue Vorgehensweise.
Besonders aufschlussreich war Eberls Hinweis auf die internen Diskussionen: „Das, was Uli in der Öffentlichkeit sagt, wird auch intern angesprochen“, stellte er auf der PK unmissverständlich klar. Es ist jedoch offensichtlich, dass die Sparmaßnahmen des Vereins und die öffentlichen Vorgaben des Ehrenpräsidenten den Sportvorstand unter enormen Druck setzen.
Trotz der angespannten Lage schien Eberl jedoch seinen Humor nicht verloren zu haben. Bezüglich Woltemade scherzte er: „Vielleicht leiht uns Stuttgart ihn. Wir können ja leihen. Vielleicht können wir kreativ werden.“ Über seine persönlichen Gefühle zur Situation wollte der 51-Jährige keine Auskunft geben. Die Transferperiode läuft noch bis zum 1. September – ob sich bis dahin noch etwas bewegt, bleibt abzuwarten.