Valerien Ismael feiert 50. Geburtstag und blickt auf seine Karriere zurück

Valerien Ismael feiert 50. Geburtstag und blickt auf seine Karriere zurück

Valerien Ismael, der 2004 mit dem SV Werder Bremen das Double gewann, feiert nun seinen 50. Geburtstag. In einem Gespräch mit der DeichStube reflektiert er über seine Trainerkarriere und seine Zeit in Bremen.

Ein Blick auf die Statistiken offenbart die Unterschiede zwischen Ismaels Spieler- und Trainerkarriere: Während er als Spieler außergewöhnlich war, sind seine Erfolge als Trainer eher bescheiden. Der Franzose, der vor zwölf Jahren seine Trainerlaufbahn begann und bereits bei neun Vereinen tätig war, beschreibt seinen Werdegang als „holprig“. Am Sonntag wird er 50 Jahre alt.

„Was bedeutet heutzutage kurze Engagements?“ fragt Ismael in Bezug auf seine zahlreichen Trainerstationen. Im Durchschnitt habe er sieben Monate bis ein Jahr bei einem Verein verbracht, was er für eine gängige Dauer hält. „Dann wurde ich entlassen oder einmal aus dem Vertrag herausgekauft“, so Ismael. 2021 übernahm er den FC Barnsley in der englischen zweiten Liga, als dieser auf dem 21. Platz lag, und führte den Club bis in die Play-offs um den Aufstieg. Obwohl der Sprung in die Premier League nicht gelang, erregte er damit die Aufmerksamkeit von West Bromwich Albion.

Nach anfänglichen Zweifeln bewies der ehemalige Werder-Profi seine Qualitäten. In Deutschland hinterließ er bei Nürnberg und Wolfsburg keinen bleibenden Eindruck, und auch bei Apollon Smyrnis in Griechenland sowie beim Linzer ASK in Österreich war die Bilanz ausbaufähig. Dennoch blieb Ismael seinen Prinzipien treu: „Respekt, Disziplin, Engagement und harte Arbeit“ sind die Werte, die er sowohl als Spieler als auch als Trainer vertritt. Auch in seinen späteren Engagements bei Besiktas Istanbul und dem FC Watford war er nicht lange tätig. Doch seit Februar 2023 trainiert er den Traditionsverein Blackburn Rovers und verpasste nur knapp den Einzug in die Aufstiegs-Play-offs.

Ismael ist mit seiner aktuellen Herausforderung in Blackburn zufrieden. „Ich bin glücklich. Ich habe bei Topvereinen gearbeitet, viel gelernt und wertvolle Erfahrungen gesammelt“, sagt er. „Wir befinden uns in einem Umbruch, ähnlich wie Werder Bremen, mit einem Neuaufbau und vielen jungen Spielern. Wir brauchen Zeit, um als Team zu wachsen.“ Er fordert Geduld von seinen Vorgesetzten und hofft, dass sie die nötige Ausdauer mitbringen, um den Neuausrichtungsprozess zu unterstützen. Sein Team zählt nicht zu den Aufstiegsfavoriten, was traditionell den Absteigern der ersten Liga vorbehalten ist. Dennoch betont Ismael: „In dieser Liga kann jeder jeden schlagen. Es wird eine harte Saison mit 24 Mannschaften. Ende Januar beginnt der Aufstiegskampf erst richtig.“

Die Erinnerungen an seine Zeit bei Werder Bremen sind für Ismael nach wie vor lebendig: „Die Chemie stimmte, es gab viele Führungsspieler, die gut mit den Jungen harmonierten. Mit Thomas Schaaf hatten wir einen echten Urgestein als Trainer“, lobt der Elsässer, der es nie zum A-Nationalspieler brachte. „Das ist eine kleine Lücke in meiner Karriere, die schmerzt“, gibt er heute zu. Seit 2013 besitzt Ismael die deutsche Staatsbürgerschaft und heiratete im selben Jahr seine Frau Karolina. Das Paar hat Deutschland als Erstwohnsitz gewählt und lebt in Erding, nahe München. Dort wird Ismael auch seinen runden Geburtstag feiern – auf dem Oktoberfest, einer liebgewonnenen Tradition. „Ich habe das Glück, dass mein Geburtstag immer in die Zeit der Wiesn fällt. Ich muss mir nie Gedanken machen, wo ich feiere“, erzählt er lachend. Allerdings bleibt ihm nicht viel Zeit: „Mein Ehrentag liegt zwischen zwei Spielen. Ich muss schnell wieder auf die Insel.“

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