Vertragsverlängerung oder Transfer? Romano Schmid im Fokus von Werder Bremen
Bremen – Romano Schmid ist mittlerweile an die Diskussionen um seine Scorerzahlen gewöhnt. Seit Jahren werden seine Leistungen beim SV Werder Bremen bewertet, und Peter Niemeyer, der Leiter Profifußball des Vereins, kann die kritischen Stimmen nur bedingt nachvollziehen. Im Gespräch mit der DeichStube hebt er hervor: „In der Statistik der vorletzten Pässe liegt er europaweit ganz vorne. Leider fließt das nicht in die Scorerwertung ein, auf die oft ein Augenmerk gelegt wird.“ Tatsächlich haben in der Bundesliga nur Michael Olise (FC Bayern), David Raum (RB Leipzig) und Julian Ryerson (Borussia Dortmund) mehr Großchancen kreiert als der Bremer Spielmacher. Dennoch musste Schmid in einer insgesamt enttäuschenden Saison viel Kritik einstecken, da ihm in entscheidenden Momenten häufig die direkte Ausbeute in Form von Toren oder Assists fehlte.
Umso wichtiger war sein Treffer bei der 1:3-Niederlage gegen den FC Augsburg – sein erstes Tor aus dem Spiel heraus in dieser Bundesliga-Saison. Zuvor hatte Schmid bereits dreimal per Elfmeter getroffen. „Deshalb freut es mich sehr, dass er sich durch seinen Treffer gegen Augsburg auch in diesem Bereich verbessern konnte“, erklärt Niemeyer und ergänzt: „Für uns ist Romano nach wie vor ein ganz wichtiger Spieler, den wir keineswegs nur an Toren messen.“ Neben mittlerweile vier Treffern hat der gebürtige Grazer auch acht Vorlagen in dieser Saison gegeben. Statistisch betrachtet spielt Romano Schmid bereits jetzt seine beste Saison im Trikot des SV Werder Bremen. Dennoch bleibt der Eindruck, dass mit 57 Abschlussversuchen – Bestwert im Bremer Kader – noch mehr möglich gewesen wäre. Unter Cheftrainer Daniel Thioune ist der 26-Jährige jedoch unumstritten. Gegen Augsburg absolvierte Schmid bereits sein 190. Pflichtspiel für die Grün-Weißen.
Wie viele weitere Einsätze hinzukommen, ist jedoch ungewiss. Trotz eines Vertrags bis 2027 gilt Romano Schmid aufgrund seines geschätzten Marktwerts von rund 15 Millionen Euro auch in diesem Sommer wieder als potenzieller Verkaufskandidat. In der Vergangenheit gab es bereits Interesse von anderen Vereinen, konkrete Angebote blieben jedoch meist aus. Um einen ablösefreien Abschied in etwas mehr als 13 Monaten zu vermeiden, stehen für Werder Bremen letztlich zwei Optionen zur Verfügung: ein kostspieliger Transfer im kommenden Sommer oder eine Vertragsverlängerung. Sportchef Clemens Fritz hatte zuletzt bereits öffentlich erklärt, sich eine Verlängerung des bestehenden Vertrags gut vorstellen zu können. Nach Informationen der DeichStube gab es zwar bereits erste Gespräche zwischen beiden Parteien, jedoch waren diese bislang nicht konkret. Ein baldiger Austausch ist nicht ausgeschlossen, doch es scheint, dass zunächst Schmid's möglicher WM-Sommer mit Österreich abgewartet wird, bevor eine endgültige Entscheidung über seine Zukunft getroffen wird.