Verwirrung um Schweizer Strafstoß: FIFA-Technik in der Kritik
In der Wiederholung des Spiels zwischen der Schweiz und Katar sorgte ein umstrittener Strafstoß für Verwirrung und stellte die FIFA-Technologie sowie den Videoassistenten vor eine Herausforderung.
Beim Schweizer Strafstoß wurde eine mögliche Abseitsposition diskutiert. Trotz der halbautomatischen Abseits-Technologie der FIFA blieben die kalibrierten Linien im Fernsehen aus. Schiedsrichterexperte Thorsten Kinhöfer erklärte: „Ich hätte eigentlich mit einer Abseitsstellung gerechnet, da man beim Anhalten des Bildes den Eindruck gewinnen könnte, dass der Schweizer Spieler vor dem Katarer steht.“
Kinhöfer vermutete eine optische Täuschung durch die Perspektive der Kamera oder möglicherweise einen temporären Systemausfall der FIFA-Technik im Kontrollzentrum in Dallas. Auch der Experte Mats Hummels äußerte Zweifel und gab zu, dass er fest mit einer Ablehnung des Strafstoßes gerechnet hatte.
„Ich habe direkt gezuckt. Als der Spieler den Ball ablegt, sieht es für mich so aus, als wäre es abseits. Ich dachte, es würde der Pfiff kommen, dass es keinen Elfmeter gibt“, sagte der ehemalige Weltmeister. Hummels wollte der Technik zwar vertrauen, dass möglicherweise ein katarischer Spieler tiefer stand, doch der bittere Nachgeschmack blieb. Im ZDF-Studio äußerten auch Per Mertesacker und Katrin Müller-Hohenstein ihren Frust.
„Was ich nicht verstehen kann: Es gab zwei enge Situationen mit der Abseitsposition, und das wurde weder gezeigt noch wirklich bestätigt“, kritisierte der Weltmeister von 2014. Mertesacker war der Meinung, dass die zweite Situation beim Abspiel sogar eher abseits war. Da die Bestätigung auch nach über zehn Minuten ausblieb, zog Müller-Hohenstein ein ernüchterndes Fazit: „Na, warten wir bis jetzt darauf, ne? Ja. Also warten wir bis jetzt drauf.“
Die FIFA-Technologie hat an diesem Tag keinen guten Eindruck hinterlassen und ließ die Fans im Unklaren. Auch Magenta-Moderatorin Laura Wontorra bestätigte: „Im Weltfeed haben wir die Linie tatsächlich nicht bekommen. Das passiert öfter, dass die Fernsehsender, die für das Bild verantwortlich sind, eine Linie ziehen. Aber wir müssen es irgendwie nachreichen oder bekommen es vielleicht noch von den Kollegen.“