VfB-Reporter entschuldigt sich bei Trainer Hoeneß

VfB-Reporter entschuldigt sich bei Trainer Hoeneß

Stuttgart – In seiner Kolumne "Druck auf dem Kessel" hat VfB-Reporter Niklas Noack Trainer Sebastian Hoeneß mit einem Scherz um Entschuldigung gebeten.

Wie geht es Ihnen, liebe Leserinnen und Leser? Die Nacht in Istanbul war hart und die Niederlage schmerzt nachhaltig. Angesichts der feindlichen Atmosphäre im Stadion möchte man den pfeifenden und grölenden Fenerbahçe-Fans zurufen, wie unfair alles ist, insbesondere das Thema mit den Elfmetern.

Doch so ist der Fußball manchmal. Bevor Sie in Panik geraten, möchte ich Ihnen weitere Floskeln ersparen, denn ich bin heute gut gelaunt. Wenn Sie diese Zeilen lesen, bin ich bereits im Urlaub, was möglicherweise der Grund für meine versöhnliche Stimmung ist.

Diese gute Stimmung möchte ich nutzen, um eine Entschuldigung auszusprechen. Verrückt, oder? Journalisten können auch einmal ihre Besserwisserei beiseitelegen und einen Fehler zugeben. Wobei ich es eher als Missverständnis bezeichnen würde. Jedenfalls, lieber Herr Hoeneß, ich verstehe jetzt Ihre Sichtweise.

Während ich das Spiel in Istanbul verfolgte, wurde mir klar, warum Sie nach dem Abgang von Nick Woltemade so viel Aufhebens um die gesamte Transferpolitik gemacht haben. Es ging nicht nur um Woltemade, sondern um die Erfahrung, die im Kader fehlt. Damals fragte ich mich: Warum ist Erfahrung so wichtig?

Mir war zwar bewusst, dass der VfB-Kader jung ist, aber ich konnte sofort erfahrene Spieler wie Alexander Nübel, Jeff Chabot, Maximilian Mittelstädt, Atakan Karazor, Deniz Undav oder Ermedin Demirovic nennen. Nach der Pleite in Istanbul vermute ich jedoch, dass es Ihnen besonders um internationale Erfahrung ging.

Es ist beeindruckend, was ein solches Hexenkessel-Stadion mit Spielern anstellen kann. Sie sind schließlich Menschen und keine Fußballroboter. Dennoch hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass sich die VfB-Profis auf dem Platz wohlfühlten. Auch Sportvorstand Wohlgemuth sprach nach dem Abpfiff von der Notwendigkeit, dass das Team für internationale Partien noch dazulernen muss.

Doch woher soll diese Erfahrung kommen? Der Kader von Fenerbahçe hat insgesamt 500 europäische Einsätze (Champions- und Europa League) mehr als der VfB. Das ist nicht katastrophal, denn nicht jedes Stadion in Europa bietet eine so spezielle Atmosphäre wie in Istanbul. Dennoch handelt es sich um einen Reifeprozess, der Zeit benötigt.

Hoeneß hätte diesen Prozess gerne mit einigen Neuzugängen, die nicht zur Kategorie Entwicklungsspieler zählen, beschleunigt. Die VfB-Bosse erwarten, dass der Trainer und die Mannschaft mit dieser Situation umgehen und schnell Punkte sammeln, um in Europa weiterzukommen.

Übrigens: In der Bundesliga und im DFB-Pokal müssen die Stuttgarter Fußballer und auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, es tut mir leid, zunächst ohne mich auskommen. Aber pünktlich zum Europa-League-Spiel gegen Feyenoord Rotterdam melde ich mich aus dem Urlaub zurück und nehme meinen Platz im einstigen Neckarstadion wieder ein.

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