VfB Stuttgart setzt Grenzen im Woltemade-Transfer
Der VfB Stuttgart hat dem FC Bayern München im Transferpoker um Nick Woltemade eine klare Absage erteilt. Die Verhandlungen verliefen turbulent.
Am Abend des 26. Juni berichtete Sky-Reporter Florian Plettenberg von einer „kompletten Einigung“ zwischen Woltemade, der zu diesem Zeitpunkt noch beim VfB Stuttgart unter Vertrag stand, und dem FC Bayern München. Trotz dieser angeblichen Einigung war ein Wechsel ohne das Einverständnis der Stuttgarter nicht möglich.
Die Schwaben zeigten sich zunächst unnachgiebig und setzten, zumindest aus Sicht der Bayern, ein hohes Preisschild von 100 Millionen Euro für Woltemade an. An eine solche Summe glaubte jedoch kaum jemand, vielmehr wollte Stuttgart ein deutliches Zeichen setzen.
Die VfB-Verantwortlichen waren verärgert über die arrogante Vorgehensweise der Münchner, die sich erst mit dem Spieler einigten, ohne zu bedenken, dass Stuttgart das Angebot der übermächtigen Bayern möglicherweise ablehnen könnte.
Anstatt sich dem geforderten Preis zu nähern, boten die Bayern zunächst 45 Millionen Euro, dann 50 Millionen, bevor sie schließlich 55 Millionen Euro plus Boni als ihr letztes Angebot unterbreiteten. Währenddessen gab es immer wieder offizielle und inoffizielle Äußerungen, die den Stuttgartern vorwarfen, die großzügigen Angebote nicht anzunehmen.
Auch Woltemades Berater, Danny Bachmann, der seinen Klienten unbedingt zu den Bayern verkaufen wollte, mischte sich ein und kritisierte den VfB für ihre Ablehnung. Zudem zeigte sich Woltemade selbst im Stuttgarter Trainingslager schlecht gelaunt, was zu der ganzen Situation beitrug.
Am 28. August kam es dann zu einer Wende: Stuttgart einigte sich mit Newcastle United auf eine Ablöse von bis zu 90 Millionen Euro, und Woltemade stimmte dem Wechsel in die Premier League plötzlich zu. Dies war jedoch nicht ganz so überraschend, da der VfB bereits zum Zeitpunkt des ersten Bayern-Angebots von dem Interesse der Engländer wusste.
Die Schwaben hatten jedoch nicht mit einem so ernsthaften Angebot gerechnet. Letztlich musste auch Woltemade umdenken und von seiner ursprünglichen Haltung abrücken. Angesichts der vielversprechenden Leistungen des Stürmers im Newcastle-Trikot können sowohl der VfB als auch Woltemade als Gewinner des Transfers betrachtet werden. Der große Verlierer in diesem Transfer-Hickhack bleibt der FC Bayern, der jedoch trotz des Verlusts von Woltemade in der Bundesliga und der Champions League weiterhin stark auftritt.