VfL Wolfsburg droht Abstieg nach Niederlage gegen Werder Bremen
Der VfL Wolfsburg steht am Abgrund des Abstiegs. Mit einer weiteren Enttäuschung verlor die Mannschaft unter Trainer Dieter Hecking das entscheidende Duell gegen Werder Bremen mit 0:1 (0:0). Die Partie war bereits vor dem Anpfiff von Auseinandersetzungen zwischen Fans und Polizei geprägt.
Mit dieser Niederlage, die den Wolfsburgern seit zehn Spielen ohne Sieg die Lage weiter verschärft, steht der Tabellenvorletzte nun unter starkem Druck. Justin Njinmah erzielte in der 68. Minute das einzige Tor für die stark ersatzgeschwächten Bremer, die sich damit auf sieben Punkte von den Wolfsburgern absetzen konnten. Hecking konnte den sportlichen Abwärtstrend in seinem zweiten Spiel nicht stoppen. In der Nachspielzeit sah VfL-Verteidiger Moritz Jenz zudem die Gelb-Rote Karte.
Bereits vor dem Spiel sorgten Vorfälle für Aufregung: Laut VfL Wolfsburg versuchten Werder-Anhänger, nicht genehmigte Fan-Utensilien in den Gästeblock zu schmuggeln. Als Ordner dies verhinderten, kam es zu tätlichen Auseinandersetzungen. Die Polizei intervenierte mit mehreren Mannschaftswagen und verhinderte zahlreichen Werder-Ultras den Zutritt zum Stadion. Die Wolfsburger Polizei bestätigte die Festnahme mehrerer Anhänger, während die Fanhilfe ein überzogenes und aggressives Vorgehen der Polizei anprangerte.
Diese Vorfälle sind nicht neu. Bereits 2022 hatten Werder-Fans nach massiven Polizeikontrollen am Wolfsburger Hauptbahnhof aus Protest die Rückreise nach Bremen angetreten. Vor dieser Partie versuchten zahlreiche Werder-Anhänger, zusätzliche Tickets für die Volkswagen Arena zu erwerben, was der VfL größtenteils verhinderte und nur Mitgliedern den Ticketverkauf ermöglichte.
In dieser angespannten Atmosphäre war der Gästeblock der Bremer nicht einmal vollständig gefüllt, und die Unterstützung der Fans blieb aus. Die offizielle Zuschauerzahl betrug lediglich 28.917.
Die Bremer traten in diesem wichtigen Spiel nicht nur ohne Fan-Unterstützung, sondern auch ohne zehn verletzte Spieler an, darunter Schlüsselspieler wie Jens Stage und Senne Lynen im Mittelfeld sowie Amos Pieper in der Abwehr.
Trotz dieser Herausforderungen startete Werder mutig in die Partie. In der sechsten Minute passte Olivier Deman in den Fünfmeterraum, wo Romano Schmid nur knapp hinter dem Wolfsburger Joakim Maehle an den Ball kam. VfL-Torwart Kamil Grabara parierte in der 12. Minute einen Freistoß von Cameron Puertas und den Nachschuss von Yukinari Sugawara.
Die Wolfsburger benötigten eine Viertelstunde, um ins Spiel zu finden, und drängten dann vehement. Vor der Halbzeit hatte die Offensive des VfL mehrere Chancen, die jedoch von Werder-Torwart Mio Backhaus entschärft wurden. Backhaus zeigte eine starke Leistung, hielt unter anderem einen Kopfball von Jonas Wind und lenkte einen Freistoß von Christian Eriksen über die Latte.
Nach der Halbzeit setzte sich das Bild fort: Backhaus parierte einen Schuss von Maehle, während Mohamed Amoura in der 60. Minute das Tor verfehlte. Diese Chancenverwertung sollte sich rächen: Nach dem ersten Bremer Torschuss in der zweiten Halbzeit traf Njinmah in der 68. Minute zum 0:1. Felix Agu spielte den Ball von der Grundlinie zurück, und Njinmah traf aus 17 Metern ins lange Eck.
Wolfsburg reagierte mit wütenden, aber planlosen Angriffen, die kaum gefährlich wurden. Werder verteidigte den Vorsprung mit viel Leidenschaft, und in der Schlussphase musste selbst Backhaus nicht mehr eingreifen.