Werder Bremen: Alarmzeichen vor dem Nordderby gegen den HSV

Werder Bremen: Alarmzeichen vor dem Nordderby gegen den HSV

Der Auftritt von Werder Bremen in Köln war ein deutliches Alarmsignal – besonders im Hinblick auf das bevorstehende Nordderby gegen den Hamburger SV, so die Einschätzung von DeichStube-Chefreporter Daniel Cottäus in seinem Kommentar.

Bremen – Ein früher Elfmeterpfiff führte zu einem Rückstand, gefolgt von einem Platzverweis – die Widerstände, mit denen der SV Werder Bremen im Auswärtsspiel gegen den 1. FC Köln konfrontiert war, waren enorm. Bei der Analyse der bitteren 1:3-Niederlage gegen einen direkten Abstiegskonkurrenten müssen diese Faktoren berücksichtigt werden. Dennoch sind sie nicht ausreichend, um die gesamte Misere zu erklären.

Die Wahrheit des Spiels gegen einen keineswegs übermächtigen Gegner – Köln hatte zuvor acht Spiele in Folge nicht gewonnen – ist, dass die Mannschaft des SV Werder Bremen nahezu alle notwendigen Eigenschaften vermissen ließ, die für den Erfolg im Fußball entscheidend sind: Einsatzwillen, Intensität, Konzentration sowie die Bereitschaft zu leiden und zu laufen. Diese Mängel sorgten nicht nur bei den Fans, sondern auch bei den Beobachtern für Verwirrung.

Cheftrainer Daniel Thioune konnte sich am Tag nach dem Spiel nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, dass man von einer Mannschaft in Unterzahl mehr erwarten dürfe, wenn sie nicht als Verlierer vom Platz gehen wolle. Zudem verwendete Sportchef Clemens Fritz in seiner Bewertung des Bremer Auftritts das Wort „behäbig“, was als klares Alarmsignal interpretiert werden kann. Eine Woche vor dem sportlich bedeutenden Nordderby gegen den Hamburger SV ist dieses Signal besonders eindringlich.

Was sicher ist: Das Weserstadion wird am Samstagnachmittag aus allen Nähten platzen, geschmückt von einer großangelegten Choreografie der Fans, die den grün-weißen Fußballtempel zelebriert. Ganz Bremen ist auf den Derbysieg fokussiert – für den Klassenerhalt, zur Wiedergutmachung des Hinspiels und für das gute Gefühl. Für die Mannschaft des SV Werder Bremen winkt dabei weit mehr als nur der Gewinn von drei wichtigen Punkten – es geht um Prestige, Präsenz und den dringend benötigten Stimmungsumschwung. Die Spieler dürfen diese Chancen nicht leichtfertig aufs Spiel setzen, insbesondere nicht mit einer behäbigen Spielweise. Nach dem schwachen Auftritt in Köln müssen sie nun mehr denn je beweisen, dass sie die Botschaft der Fans, die über Banner im Rhein-Energie-Stadion gefordert wurde, verinnerlicht haben: „Wer dieses Trikot trägt, gibt nicht auf.“

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