Werder Bremen besiegt den Hamburger SV im Nordderby der Frauen

Werder Bremen besiegt den Hamburger SV im Nordderby der Frauen

Werder Bremen hat das Nordderby gegen den Hamburger SV gewonnen. Eine Spielerin stach dabei besonders hervor, was im Männerfußball wohl als undenkbar gelten würde.

Bremen – Ein Nordderby zwischen HSV und Werder Bremen ist normalerweise von aufgeheizter Stimmung, fliegenden Bechern und Beleidigungen geprägt. Dies gilt jedoch in erster Linie für die Männerteams. Das erste Aufeinandertreffen der beiden Frauenmannschaften in der Bundesliga zeigte, dass eine andere Atmosphäre herrschen kann.

„Schaust du echten Fußball oder Männerfußball?“ Diese Frage wurde im Vorfeld der Fußball-EM 2025 in der Schweiz immer häufiger gestellt. Diejenigen, die sie äußerten, wollten auf die positiven Aspekte des Frauenfußballs hinweisen, wie den fairen Umgang unter den Spielerinnen, weniger Theatralik und einen spürbaren Teamgeist. Auch das Verhalten der Fans stand im Fokus – so auch beim Nordderby.

Beim 2:0-Sieg von Bremen avancierte Larissa Mühlhaus mit zwei verwandelten Elfmetern zur Matchwinnerin. Die 22-jährige Stürmerin hatte erst im Juli 2024 vom Hamburger SV zu Werder Bremen gewechselt. In der Welt des Männerfußballs wäre dies als Hochverrat angesehen worden, und Mühlhaus wäre bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen worden – nicht jedoch am Samstagabend im ausverkauften Weserstadion.

Besonders eindrucksvoll war der respektvolle Umgang mit den Spielerinnen, der möglicherweise als neues Normal angesehen werden könnte. Bei einem Eckball in der ersten Halbzeit führte Mühlhaus diesen direkt vor dem ausverkauften Gästeblock mit 2.000 HSV-Fans aus. Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt bereits das 1:0 erzielt hatte, flogen weder Becher noch andere Wurfgeschosse. Ein Teil der HSV-Anhängerschaft klatschte sogar.

Die Stimmung im Stadion war keineswegs schlecht – ganz im Gegenteil. Beide Fanlager gaben während des gesamten Spiels ihr Bestes, jedoch in einem deutlich respektvolleren Rahmen als viele Fans des Männerfußballs es gewohnt sind. „Eine Rivalität, die in Hass und Aggression überschwappt, wollen wir nicht“, sagte Birte Brüggemann, die Leiterin der Frauenfußballabteilung von Werder, vor dem Spiel und wurde erhört.

Die friedliche Atmosphäre im Frauenfußball könnte vor allem in der Zusammensetzung der Zuschauer begründet sein. Die Fans sind vielfältiger, der Alkoholkonsum ist geringer, und es sind mehr Frauen im Stadion, was zu einer entspannteren Stimmung führt. Trotz der oft geäußerten Witze über die angebliche Emotionalität von Frauen, zeigt sich, dass besonders Frauen im Fußball weniger impulsiv agieren.

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